Flucht von Weide: Angus-Rind nach fünf Wochen wieder eingefangen

Freiheitsliebend: Die Angus-Rinder flüchteten von ihrer Weide bei Westuffeln und versteckten sich im Wald. Eines wurde erst nach fünf Wochen wieder eingefangen. Foto: Kraft/Privat

Westuffeln / Niedermeiser. Ein kleines Wunder hat sich nach den Worten von Rinderzüchtern im Warmetal ereignet, wo sich drei Angus-Rinder selbstständig gemacht hatten und das letzte erst nach fünf aufregenden Wochen eingefangen werden konnte - und jetzt sogar wieder aus der Hand frisst.

Als die Familie Jörg Kraft in Westuffeln zu Beginn der Adventszeit ihre jungen, gerade sieben Monate alten Angus-Rinder zurück in den Stall bringen wollte, brachen die drei Rinder durch den Elektrozaun und flüchteten „wie angestochen“ geradeaus in den Wald, berichtet Michael Kraft. Da sie in Richtung Niedermeiser liefen, wurden sie bei der Polizei als in dieser Gemarkung vermisst gemeldet. Die Polizei warnte daraufhin die Autofahrer.

Noch am Abend wurde eine Suchaktion gestartet. Mit Traktoren und Autos suchte man die Region zwischen Friedrichsthal und Niedermeiser nach den schwarzen Rindern mit 1,10 Meter Schulterhöhe ab. Die Spuren wurden bis in den Wald verfolgt, dann wurde die Suche abgebrochen und am Sonntag mit 25 Personen fortgesetzt, die mit zwei Quads und drei Traktoren die schnellen Tiere verfolgten. Sie wurden an der Dreschhalle Niedermeiser und auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz am Meßhagen gesichtet. Während zwei schließlich mit einem Lasso eingefangen wurden, entwischte das dritte immer wieder in den Wald.

Fünf Wochen Jagd 

Es konnte zwar regelmäßig zur Fütterung herausgelockt werden, doch näher als fünf Meter kam niemand heran, dann stob es davon. In Niedermeiser wurde die tägliche Begegnung am Waldrand schon zur Sehenswürdigkeit. Fünf Wochen ging das so, bis sich die Besitzer entschlossen, das Tier erschießen zu lassen, wenn es nicht zu fangen wäre. Nach längeren Verhandlungen mit dem Jagdpächter war es schließlich möglich, dass ein Tierarzt das flüchtige Rind mit einem Betäubungsgewehr ruhig stellte. Zuvor war es mit einem Quad verfolgt worden, bis es ruhiger wurde.

Krafts hatten größte Zweifel, ob das Tier nach so langer Zeit wieder ruhig wird und in einen Stall geht. Doch es klappte. Michael Kraft: „Es ist inzwischen ganz ruhig und frisst aus der Hand“. Und nächstes Jahr soll eine Zucht beginnen.

Von Thomas Thiele

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