Flüchtlinge in Calden frieren in Zeltunterkunft

Das besondere Ereignis festhalten: Ein Flüchtling macht vor der Zeltstadt in Calden begeistert Fotos von seiner Tochter im Schnee. Für viele Asylsuchende sind die niedrigen Temperaturen und der Schneefall ungewohnt. Fotos: Frangenberg

Calden. Die Bewohner des Lagers sind begeistert von Schnee, jedoch gab es Beschwerden über die Temperatur in den Zelten.

Das Wetter wird immer winterlicher: die ersten Schneeflocken und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Flüchtlinge, die in der Zeltstadt in Calden leben, sind zwar begeistert von dem Schnee, berichten aber, dass sie in den Zeltunterkünften frieren. Viele Asylsuchende sind nicht an die niedrigen Temperaturen gewöhnt.

Neue Wohncontainer sollen ab Donnerstag die Zelte in Calden ersetzen. Durch Lieferengpässe können jedoch nicht alle Flüchtlinge gleichzeitig in die neuen, wärmeren Unterkünfte ziehen.

„Obwohl wir Decken bekommen haben, frieren wir im Zelt, vor allem meine Kinder“, erzählt Veyan. Die 27-jährige Frau aus dem Irak, ist mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern nach Deutschland geflohen. Sie leben schon seit mehreren Wochen in Calden. Aus ihrer Heimat, dem Irak, kennt die Familie weder Frost, noch Schnee.

Für viele der Asylsuchenden sind die weißen Flocken ein echtes Erlebnis. Vor der Zeltstadt fotografieren sich die Flüchtlinge gegenseitig mit dem Handy im Schnee. Eine junge Afghanin erklärt auf Englisch, dass sie die Fotos an die Familienmitglieder in der Heimat senden möchte. Dort sei so viel Schnee eine echte Rarität.

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Vor allem die Kinder aus dem Lager sind begeistert und bauen Schneemänner und werfen Schneebälle. Beim Spielen wird die Kälte ganz vergessen.

„In der Zeltstadt muss keiner frieren“, sagt Michael Conrad, Pressesprecher des RP Kassel über die Temperatur in den Unterkünften. Er weiß, dass sich einige Flüchtlinge über die niedrigen Temperaturen in den Zelten beschwert haben. Man sei dem nachgegangen.

Die Temperatur in den Zelten könne zwar stark schwanken, die geringste Innentemperatur, die zur Zeit herrsche, liege aber bei 20 Grad, so Conrad.

Beschweren möchte sich die junge Mutter Veyan nicht. „Die Deutschen sind gute Menschen, sie haben uns warme Kleidung gebracht“, erzählt sie dankbar. Ihr jüngster Sohn Shad ist fünf Jahre alt, er versteckt sich beim Spielen zwischen zwei Containern, um sich vor Wind und Kälte zu schützen. Auch viele ältere Flüchtlinge, die vor dem Lager unterwegs sind, tragen Kaputzen, Mützen und binden sich Schals vor den Mund. Manche haben sich sogar Müllsäcke zurechtgeschnitten, um eine Kopfbedeckung gegen den Schneefall zu haben.

„Auch wenn wir in den Zelten frieren, geht es uns hier besser als in unserer Heimat, wo Krieg herrscht“, erzählt Veyan.

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