Impfaktion soll mögliche Ausbreitung von Infektionen verhindern

Flüchtlingskinder in Calden sollen geimpft werden

Calden. Die Kinder im Flüchtlingscamp in Calden sollen so schnell wie möglich geimpft werden. Ärzte und Gesundheitsbehörden hoffen auf grünes Licht.

Das muss von den Regierungspräsidien Gießen und Kassel kommen, damit schnell mit einem Impfprogramm gestartet werden kann.

Dazu stünden drei weitere Kinderärzte aus Kassel in den Startlöchern, sagt die Immenhäuser Kinderärztin Johanna Schafft-Sommer, die wie auch einige Allgemeinmediziner regelmäßige Sprechstunden im Camp anbietet.

Eine solche Impfaktion sei dringend erforderlich, um der eventuellen Ausbreitung von Infektionen vorzubeugen, betont die Kinderärztin. Manche Kinder seien zwar bereits ganz gut geimpft, doch durch Kriegswirren und Flucht fehle es - auch bei den Erwachsenen - oftmals an Auffrischungen beispielsweise zum Schutz vor Wundstarrkrampf (Tetanus) und Kinderlähmung. Kleinere Kinder unter zwei Jahren seien zum Teil noch gar nicht geimpft. In den Heimatländern der Flüchtlinge seien solche Krankheiten aber noch verbreitet.

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Schon angesichts der Unterbringung in großen Gemeinschaftszelten ohne Privatsphäre und Isolationsmöglichkeiten „ist es dringend erforderlich, dass wir vernünftigen Infektionsschutz betreiben können“, betont die Ärztin.

Nachholbedarf gibt es offenbar auch bei den Erstuntersuchungen, die eigentlich innerhalb von 48 Stunden gewährleistet sein sollten. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und dem Kasseler Regierungspräsidium (RP) haben sich einige Allgemeinmediziner und Kinderärzte bereit erklärt, hier mitzuhelfen.

Viele Kinder und Jugendliche seien zudem durch Kriegs- und Fluchterlebnisse schwer traumatisiert“, ergänzt Johanna Schafft-Sommer.

In der Erstaufnahmeeinrichtung Calden befinden sich nach Angaben des RP Kassel derzeit 259 Kinder im Alter bis 13 Jahre und 54 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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