Viele neue Gebäude entstehen auf altem Flugplatzgelände

Flüchtlingslager in Calden wird ausgebaut - Bisher keine Angaben zu Kosten

Flüchtlingsunterkunft des Landes Hessen auf dem alten Flugplatz in Calden: Die Erstaufnahmeeinrichtung wird derzeit ausgebaut. Die linke der beiden großen Hallen links unten im Bild wird ein Sanitätsbereich, die rechte Halle soll als Sozialraum genutzt werden. Die weißen Gebäude darüber sind Leichtbauhallen, in denen die Flüchtlinge leben. Links daneben stehen Wohncontainer, zwischen denen auch Unterrichtsräume eingerichtet werden. Rechts oben am Bildrand ist der Ortsteil Calden zu erkennen. Foto: Regierungspräsidium Kassel

Calden. Die Flüchtlingsunterkunft in Calden wird zurzeit massiv umgebaut: Auf dem alten Flugplatz entstehen überdachte Flächen in der Größe von zwei Fußballfeldern. Die Arbeiten sollen bis Mitte März abgeschlossen sein. Bis dahin herrscht dort Aufnahmestopp.

„Die Unterkunft war bisher eine provisorische Einrichtung“, sagt Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel (RP). „Das wollten wir ändern.“

Neben einer Mensa werden jetzt ein Wohnbereich für alleinreisende Frauen geschaffen, ein Wohnbereich für Familien, Sozialbetreuung, Sanitätsbereich, Kindergarten, Skaterhalle, Lagerhalle und Büroräume.

Hinzu kommen die bereits bewohnten winterfesten Zelte, in denen insgesamt 700 Menschen leben können. In den Neubauten sollen 800 Personen untergebracht werden. Somit liegt die Gesamtkapazität dann bei 1500 Flüchtlingen.

Wie hoch die Kosten für die Bauarbeiten sind, war bisher nicht zu erfahren. Auf Nachfrage im Dezember sagte ein Sprecher des hessischen Finanzministeriums: „Die Baumaßnahmen erfolgen in einem vertretbaren Kostenrahmen.“

RP-Sprecher Conrad erklärte, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner wissen könne, wie viel der Umbau kostet. „Die Rechnungen sind noch gar nicht geschrieben. Wenn alles fertig ist, werden die Bürger sicher mehr erfahren.“

Die Vermutung, dass die Flüchtlingsunterkunft in Calden in Anbetracht der aufwendigen Umbauarbeiten noch viele Jahre bleiben könnte, will das Regierungspräsidium nicht bestätigen. „Keiner weiß, wie lange das Lager bestehen bleibt“, sagt Conrad. „Selbst wenn es nur Monate sind, wollen wir in dieser Zeit zum Beispiel nicht auf Kinderbetreuung verzichten.“ Zurzeit leben nur 255 Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung. In der Spitze waren es knapp 1800. Die Zahl soll wieder aufgestockt werden, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind.

Das sagt der Bürgermeister

„Calden profitiert davon, wenn aus der Notunterkunft eine geordnete und organisierte Einrichtung wird“, sagt Bürgermeister Maik Mackewitz. Das entlaste die Gemeinde sehr. Eine bessere Wohnsituation mindere den Druck in der Einrichtung, und die Gefahr von Unzufriedenheit und Aggression werde kleiner. „Für die Menschen in der Einrichtung ist die Wohnsituation eine völlig andere als vorher, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind.“ Mackewitz rechnet fest damit, dass die Unterkunft noch längere Zeit auf dem alten Flugplatz in Calden bestehen bleibt. „Ich plane mit mehreren Jahren“, sagt der Rathauschef. „Die Einrichtung ist nach den Umbauten so hochwertig, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass das Land aufhört, sie zu belegen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.