Flüchtlingslager: Land schließt Beberbeck, Calden bleibt

Calden/Hofgeismar. Die Zahl der Flüchtlingsunterkünfte in Hessen wird drastisch reduziert: Von 21 Einrichtungen in Nord- und Osthessen bleiben sechs erhalten, acht werden geschlossen und sieben sollen als Reserve innerhalb von kurzer Zeit aktivierbar bleiben.

Die Schließung betrifft insbesondere kleinere Einrichtungen. Das teilte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) mit.

Für den Kreisteil Hofgeismar bedeutet dies: Die Erstaufnahme in Beberbeck (300 Plätze) wird geschlossen, die Erstaufnahme auf dem alten Flugplatz in Calden bleibt (1500 Plätze). Diese Entscheidung hatte sich schon im Verlauf der vergangenen Wochen angedeutet: Jetzt stellte der Minister ein Standortkonzept vor. Für Nord- und Teile Osthessens bedeutete es: sechs Standorte bleiben in dieser Region für längere Zeit erhalten.

Für diese Standorte spräche unter anderem die Kapazität, laufende Mietverträge sowie die Bausubstanz. Kleinere Einrichtungen werden dagegen in den kommenden Monaten geschlossen. Das werde aber nicht über Nacht geschehen, sagte Grüttner. Mit dem neuen Konzept reagiert das Sozialministerium auf die nachlassende Zahl von Flüchtlingen, die in Hessen ankommen. Es sind nur noch 50 pro Tag.

Die Entscheidung des Landes überraschte Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz nicht: „Als im Spätherbst 2015 die Baumaßnahmen zur Winterfestmachung der Zeltstadt begannen, war sehr schnell klar, dass das Thema Flüchtlinge für Calden ein bleibendes Thema sein wird“, sagt er. Er gehe davon aus, dass man die Kapazitäten von 1500 Plätzen in Calden mittelfristig auch ausschöpfen werde.

„Ich hoffe, dass die freiwerdenden personellen Kapazitäten infolge der Schließung einiger Einrichtungen dazu genutzt werden, die Qualität in den verbleibenden Einrichtungen stetig zu optimieren.“ Er wünsche sich, „dass man über eine dauerhafte Stationierung von Polizeikräften in Calden nachdenkt“.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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