Auf dem alten Gelände

Flughafen Calden: Zwei neue Betriebe siedeln sich 2015 an

Kassel / Calden. Der Flugbetrieb auf dem Flughafen Kassel-Calden schwächelt, aber drum herum ist einiges in Bewegung: 2015 siedeln sich neue Betriebe auf dem Flughafen-Areal an.

So wird der Kasseler Sondermaschinenbauer mba Automation GmbH vom Industriepark an den alten Flughafen umsiedeln. Der geschäftsführende Gesellschafter, Ralph Bernard, will nach eigenen Angaben eine Million Euro in den Kauf eines 5000 Quadratmeter großen Grundstücks, in eine neue Halle und Maschinen investieren.

mba stellt Anlagen zur Palettenproduktion und -reparatur und für die Möbelindustrie sowie Handhabungsroboter her. Das kleine Unternehmen beschäftigt sechs Mitarbeiter und will absehbar auf neun aufstocken. Die Bauarbeiten sollen sofort beginnen, im kommenden Jahr will mba umziehen.

Außerdem wird sich laut Kassels oberstem Wirtschaftsförderer, Kai-Lorenz Wittrock, der Neu-Isenburger Autozulieferer Jost in das alte Piper-Gebäude einmieten. Dort will der Mittelständler die Verwaltung der Trailer-Achsproduktion unterbringen, die er – wie berichtet – zum 1. Januar vom Daimler-Werk in Kassel übernimmt. Zunächst sollen 40 Jobs entstehen, später weitere hinzukommen. Die Produktion selbst wandert nach Polen. Gleichzeitig plant der Hubschrauber-Dienstleister Helitec, der seit Jahren in Calden sitzt, eine Ausweitung seines Geschäfts und den Umzug an den neuen Flughafen.

Attraktiver Standort

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„Ich bin sicher, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung im Umfeld des Flughafens in denkommenden Jahren deutlich beschleunigen wird. Der Standort ist sehr attraktiv“, sagte Wittrock. Mit den beiden Neuansiedlungen knacken Flughafengelände alt und neu im kommenden Jahr in Summe die 1000-Mitarbeiter-Marke. Größte Arbeitgeber sind der Hubschraubergetriebe-Spezialist ZF Luftfahrt, Airbus Helicopters (früher Eurocopter), der Flugzeug- und Teilehändler sowie Instandhalter Piper sowie die Flughafengesellschaft selbst, die 140 Mitarbeiter beschäftigt.

Wie berichtet, soll der unter Verwaltung der Flughafengesellschaft stehende alte Airport in ein 80 Hektar großes Gewerbegebiet umgewidmet werden. Wittrock strebt vor allem die Ansiedlung von Unternehmen an, die in oder für die Luftfahrt tätig sind, sowie von Maschinen- und Anlagenbauern, kann sich aber auch andere Branchen vorstellen. „Es gibt eine Reihe von Interessenten und Gesprächen“, sagte er, ohne Details zu nennen.

Nach wie vor ungeklärt ist die künftige Anbindung des Flughafens. Der Anschluss an die A7 bei Niestetal gilt aus Naturschutz- und planungsrechtlichen Gründen als immer unwahrscheinlicher. Viele in der Region favorisieren mittlerweile offen eine Anbindung an die A44 bei Breuna über eine zu ertüchtigende B7 und eine neue Straße unter Umgehung von Breuna und Oberlistingen.

Von José Pinto

Rubriklistenbild: © HNA/Thiele

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