Schaulustige verfolgten erste Landung 

Flughafen-Fans stoßen auf den Sundair-Airbus an

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Da ist er: Der Airbus A320 ist am Montag bei einem Abnahmeflug durch das Luftfahrtbundesamt in Calden gelandet. An Bord waren außer der Crew noch Flugbegleiter von Sundair. Passagiere darf die Fluggesellschaft in Gründung noch nicht befördern.

Calden. Fast drei Monate länger als geplant mussten Fans des Flughafens Kassel auf den Airbus der neuen Fluggesellschaft Sundair warten.

Als er am Montag erstmals in Calden gelandet ist, waren viele Schaulustige dabei.

Hochnebel liegt am Montagmorgen über dem Flughafen Kassel. Obwohl die Sonne um Viertel vor acht bereits am Himmel steht, haben die Autos noch die Scheinwerfer an. Nach und nach sammeln sich am Zaun neben dem Terminal Schaulustige. Sie warten auf den Sundair-Airbus.

„Wir sind extra früh aufgestanden, um pünktlich hier zu sein“, sagt Jürgen Büchel. Er kommt wie Franz-Josef Becker aus Ahnatal, der drei bis vier Mal pro Woche zum Flughafen fährt. „Ich freue mich, dass jetzt alles in die richtige Bahn kommt“, sagt Becker mit Blick auf den schwierigen Sommer. Schließlich sollte der A320 von Sundair schon am 1. Juli in Calden stationiert werden.

Statt aufs Vorfeld schauen die meisten aufs Smartphone, suchen den A320 mit der Kennung D-ASEF auf dem Flugradar. Fehlanzeige. Dann die Nachricht: Der Abflug in Berlin-Schönefeld verspätet sich. „Dann gehen wir noch einen Kaffee trinken“, sagt eine Frau, und ihre Gruppe zieht sich ins Terminal zurück.

Unter den Besuchern sind auch Stephan Löber und Christian Henkel vom Vorstand des Vereins Pro Kassel Airport. Sie sind spürbar nervös, ob alles klappt. Zu oft hat sich die Ankunft der Maschine verzögert, immer wieder gab es Probleme mit dem Ersatzflugplan. Der erhoffte Neustart für den Flughafen wurde zu einer Serie von Problemen. Die sollen nun ein Ende haben: „Wenn die Maschine da ist, kehrt auch wieder Ruhe ein, und wird das Vertrauen wieder aufgebaut“, sagt Löber, „die Leute wollen ja von Kassel fliegen.“

Um 9.11 Uhr setzt sich der Airbus dann in Schönefeld in Bewegung. Vierzig Minuten später tauchen seine Scheinwerfer am Horizont auf, dann setzt die weiß-grau lackierte Maschine weich auf der Landebahn auf. Am Info-Point am Ende der Runway wird applaudiert. Dort stehen etwa 20 Besucher und stoßen mit Sekt auf die Ankunft des Airbus an. Als die Maschine an der Aussichtsplattform vorbeifährt, winken Kapitän und Copilot den Flughafenfans zu. Die Stimmung ist gut.

Mit dem Flieger im Hintergrund: Heinz-Hermann Vogt (von links) und Günter Brede aus Meimbressen sowie Horst Humburg aus Fürstenwald haben sich den Airbus angesehen.

Keine Schuld beim Flughafen

„Es hat lange gedauert, und es wurde viel Porzellan zerschlagen“, sagt Heinz-Hermann Vogt aus Meimbressen – und fügt hinzu: „Das lag aber nicht am Flughafen.“ Er steht mit Günter Brede (Meimbressen) und Horst Humburg am Zaun und schaut sich die Maschine auf dem Vorfeld an. „Für uns Caldener ist das so, wie wenn man zum Einkaufen fährt“, sagt Humburg, der mit Sundair selbst in ein paar Tagen in Urlaub fliegt. Wie er sind sich wohl alle Besucher einig, dass der Flughafen, nachdem er nun gebaut ist, auch gut genutzt werden soll. „Und gegen das, was sie in Berlin in den Sand setzen, sind das hier Peanuts“, sagt Brede.

Nutzten einen freien Tag für einen Besuch in Calden: die Flughafen-Fans Dominik und Patricia Fuchs aus Baunatal.

Dominik und Patricia Fuchs aus Baunatal gehören zu den wenigen Besuchern, die noch nicht im Rentenalter sind. Sie sind an einem freien Tag zum Airport gefahren: „Wir sind schon früher vom Flughafen Kassel geflogen und freuen uns, dass eine Airline hier eine Maschine stationiert.“ Ganz ähnlich sieht das Manfred Achenbach aus Espenau-Hohenkirchen, der ein Fernglas umhängen hat. „Ich bin ein Befürworter des Flughafens“, sagt er. Dass die Verkehrsmaschinen direkt über sein Haus fliegen, stört ihn nicht: „Die sind doch leiser als die kleinen Maschinen“, sagt er.

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