220 zusätzliche Jobs seit der Eröffnung - Bis Jahresende 120.000 Passagiere

Kassel Airport: Ziel der Gesellschafter ist vorzeitig erreicht

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Über 1000 Menschen arbeiten am Kasseler Airport: 220 zusätzliche Jobs sind seit der Eröffnung des Flughafens entstanden. 

Calden. Der Airport Kassel entwickelt sich zusehends zu einem  Beschäftigungsmotor - das zeigen die jüngsten Zahlen. Für das Land zahle sich der Flughafen also aus, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende.

Nach einer aktuellen Erhebung der Betreibergesellschaft arbeiten mittlerweile 1008 Menschen in den Unternehmen rund um den alten und neuen Flughafen. Das sind 220 mehr als zur Eröffnung des neuen Airports 2013 und sogar 420 mehr als 2005. Allein im vergangenen Jahr sind den Angaben zufolge 100 neue Jobs entstanden.

Damit wurde das ursprünglich für 2020 angesteuerte Ziel der Gesellschafter – Land Hessen, Stadt und Kreis Kassel sowie die Gemeinde Calden – vorzeitig erreicht. „Für das Land und erst recht für Nordhessen zahlt sich der Flughafen aus“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende, Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, anlässlich der Einweihung des neuen Hangars des Luftfahrtspezialisten Air Lloyd Aerotechnics (früher Helitec). 

Das Unternehmen hat fünf Millionen Euro in sein neues Betriebsgebäude direkt am Vorfeld investiert. Beschäftigungstreiber sind der Hersteller und Instandhalter von Hubschraubergetrieben ZF Luftfahrttechnik mit 390 Beschäftigten, die Flughafengesellschaft selbst mit 160 sowie Airbus Helicopters mit etwa 100 Mitarbeitern. Daneben gibt es eine Vielzahl alter und neuer Betriebe auf dem Gelände des Airports und des alten Flughafens. Darunter ist auch die Piper Deutschland AG, die im kommenden Jahr für eine Million Euro eine weitere Halle unterhalb des Towers bauen will. 

Auch der Flughafen selbst ist auf einem guten Weg: Wie berichtet, feierte er in der vergangenen Woche den 100.000. Passagier in diesem Jahr. Bis Jahresende sollen es 120.000 werden und somit 70 Prozent mehr als 2017, als 70.000 Fluggäste in Calden starteten und landeten. Die ursprüngliche Prognose ging allerdings von 300.000 bis knapp eine Million Fluggäste im Jahr 2020 aus, eine spätere dann von 237.000 bis 471.000 im Jahr 2024.

31 Betriebe am Flughafen

Allen Unkenrufen zum Trotz: Der Airport Kassel mausert sich langsam aber sicher zu einem Beschäftigungsschwergewicht im Nordwesten des Landkreises Kassel. Der beachtliche Mitarbeiterzuwachs rund um den alten und neuen Flughafen geht auf das Konto vieler Betriebe. So wächst der Hersteller und Instandhalter von Hubschraubergetrieben und Simulatoren, die ZF Luftfahrttechnik (ZFL), seit Jahren langsam, aber stetig und könnte mit neuen Produkten in naher Zukunft einen erheblichen Wachstumsschub erfahren.

Auch der Hubschrauberspezialist Airbus Helicopters, der in Calden Drehflügler wartet, repariert, modernisiert und umbaut, wächst und gedeiht. Und die einstige Helitec GmbH, die seit Kurzem als Air Lloyd Aerotechnics firmiert und unlängst ihren neuen, futuristischen Hangar in Betrieb genommen hat, rechnet mit der Ausweitung des Instandhaltungsgeschäfts auf Flugzeuge bis zu 5,7 Tonnen mit spürbarem Wachstum insbesondere an ihrem Hauptstandort Calden. Für das neue Betriebsgebäude, ein architektonischer Hingucker, hat sie fünf Millionen Euro in die Hand genommen.

Millionen hat auch die Piper Deutschland AG mit ihren 55 Beschäftigten investiert, die seit 50 Jahren von Calden aus Maschinen des gleichnamigen US-Herstellers sowie Ersatzteile auch für andere Fabrikate in Deutschland und Europa vertreibt und Maschinen repariert. Auch dieses Unternehmen expandiert kräftig. Nach dem Neubau vor vier Jahren am neuen Airport soll bereits 2019 eine Erweiterung auf einer Reservefläche erfolgen.

Dasselbe gilt für den Sondermaschinenbauer MBO, der 2015 von Waldau in eine neue Halle auf das alte Flughafengelände gezogen ist. Die Zahl der Beschäftigten hat sich seither auf zwölf verdoppelt, und eine zweite Halle ist bereits in Planung, kündigte der Hersteller von Maschinen zur Produktion von Holzpaletten an.

Den wesentlichen Grund für die aktuelle Entwicklung sieht Flughafenchef Lars Ernst in den „verbesserten Bedingungen, die nun am gesamten Flughafengelände herrschen“. Kassel Airport entwickele sich als Standort der Luftfahrttechnik und beim Flugverkehr kontinuierlich weiter. Eine Beobachtung, die das Competence Center Aerospace (CCA) teilt. Das Netzwerk der Luftfahrtindustrie unter dem Dach der Wirtschaftsförderung für die Region Kassel sieht noch großes Entwicklungspotenzial. Geschäftsführer Kai-Lorenz Wittrock: „Ein Wachstum der Unternehmenszahl um 50 Prozent auf aktuell 31 und eine Steigerung der Mitarbeiterzahl um zwei Drittel in gut zehn Jahren sind der Beweis für eine stetige und nachhaltige Entwicklung“.

Im CCA kooperieren 50 Luftfahrt-affine Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen aus Nordhessen, Südniedersachen, Ostwestfalen und Westthüringen. Die Branche beschäftigt nach CCA-Schätzungen in Nordhessen rund 3000 direkte und nochmals drei bis vier Mal so viele indirekte Mitarbeiter. Für die Luftfahrt sind auch AKG in Hofgeismar, Hübner in Kassel und B. Braun Melsungen unterwegs.

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