Kassel-Calden Thema im Verkehrsausschuss des Kreistags

Flughafenchef Schustereder sieht noch keinen Silberstreif am Horizont

Von Calden nach Kreta: Am 5. Oktober startete die erste Maschine, ein Airbus a320, von Kassel-Calden nach Heraklion. Foto: Thiele

Kassel. Den Silberstreif am Horizont sieht Ralf Schustereder, Chef des Flughafens Kassel-Calden, noch nicht. Das wurde im Verkehrsausschuss des Kreistages deutlich. Die Ausschuss-Mitglieder informierte Schustereder am Montagabend im Kreishaus über die Situation des Flughafens.

50.000 Fluggäste in diesem Jahr mit vier Flügen im Sommerflugplan pro Woche und zweien im Winter nach Antalya und Fuerteventura plus Angebote für Skifahrer nach Innsbruck sowie ein Defizit von 8,1 Millionen Euro: Das sind die Kernzahlen, zu denen aber auch eine Wertschöpfung von 44 Millionen Euro gehöre, für die der Flughafen direkt verantwortlich sei, erklärte Schustereder.

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Ansonsten habe sich der Markt seit den Planungen für Kassel-Calden stark zuungunsten der Regionalflughäfen entwickelt. Aus der Fläche sei der Flugverkehr in die Zentren verlegt worden. Für Kassel-Calden bedeute dies, Ziele auch in Nischen zu finden für 1,4 Millionen Menschen, für die der Flughafen in 40 Minuten erreichbar und „die zeitkürzeste Adresse“ ist“ Diese Ziele zuverlässig anzubieten und „ein gemütlicheres Reisen“ zu ermöglichen – dann habe Kassel-Calden eine Chance. Und mittelfristig, indem der Flughafen an ein internationales Drehkreuz angebunden sei. Zum Beispiel für Verbindungen Richtung Osten mit Istanbul über Turkish Airlines. Noch liefen die Verhandlungen mit dem Unternehmen, sagte Schustereder. Allerdings lägen die Positionen noch weit auseinander.

Ralf Schustereder

Könnte man nicht auch die Fluggesellschaft Germania, die derzeit ab Kassel-Calden fliegt, an ein Drehkreuz anbinden oder zusätzliche Flüge zu interessanten Städten anbieten? Germania fliege touristische Ziele an, Städte als Ziele gehörten zum Flugplan von klassischen Linienairlines, aber jenseits der Metropolen nur als Ergänzung, da jede Sädteanbindung sehr teuer sei, meinte der Luftfahrtmanager auf die Frage aus dem Ausschuss.

Und wie stehe es um andere deutsche Fluggesellschaften? Die Lufthansa und auch Condor haben laut Schustereder kein Interesse, Air Berlin gebe gerade Flughäfen auf. Interessant seien eher deren Konkurrenten aus dem Ausland wie Spanien, England oder dem arabischen Raum.

Könne eine Kooperation mit dem Flughafen Frankfurt helfen? Der deutsche Markt sei sehr attraktiv, aber auch stark umkämpft. Der Flughafen Frankfurt habe derzeit „viele eigene Sorgen, die halten jeden Flug fest“. Einzige Chance für einen Partner Kassel-Calden sei, dort Flüge abzuschöpfen, wo es in Frankfurt Einschränkungen gebe, „also in der Nacht“. Die aktuell für Calden genehmigten vier Flugbewegungen seien für Frankfurt aber unerheblich, so Schustereder. Wolle man diesen Weg gehen, „müsste der Planfeststellungsbeschluss geädert werden“. (mic)

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