Perspektive: Ganzjährig nach Griechenland

Flughafenchefin: Turkish Airlines kommt

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Maria Anna Muller

Calden. Turkish Airlines werden definitiv ab Kassel-Calden fliegen, der Frachtverkehr wird  wichtiger und die Entwicklung des Airports braucht Zeit: Diese Botschaften hatte Maria Anna Muller für Mitglieder des Kreistages im Gepäck. Sie sprach vor dem Haupt- und Finanzausschuss, der im Flughafen tagte.

Dieser hatte Muller eingeladen. Der Grund: Man wolle etwas Motivierendes hören, warum man das Defizit des Airports weiter mittragen solle, sagte Landrat Uwe Schmidt (SPD). Dabei interessierte den Ausschuss vor allem die Frage, ab wann Turkish Airlines Calden anfliegen.

"Wir wissen es nicht", sagte Muller. Man stehe mit den Airlines ständig in Kontakt, es gebe aber nichts Verbindliches. Ursache sei die Expansion der Fluglinie, die momentan einfach nicht genug Flieger habe. Es gebe 30 andere Flughäfen, die ebenfalls auf eine Frequenz-Erhöhung bei Flügen oder den Start neuer Verbindungen warteten.

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Muller zeigte keine Zweifel, dass Turkish Airlines Calden anfliegen werden. "Die Grundsatzentscheidung ist gefallen." Sie warb um Verständnis, da Airlines mit neuen Verbindungen ein großes finanzielles Risiko eingingen.

Mit der Turkish Airlines werde auch Luftfracht für Calden eine größere Bedeutung gewinnen. Dabei geht es nicht um große Frachtflieger, sondern Fracht, die Passagiermaschinen mitbrächten: kleine Objekte wie Kartons und Kisten. Darauf müsse sich der Flughafen einstellen. "Wir können nicht sagen: Turkish Airlines kommt nach Kassel, aber bringt keine Luftfracht mit."

Alle Informationen zum Flughafen finden Sie im HNA-Regiowiki.

Man werde sich eine "kleine, günstige Lösung" einfallen lassen. Statt einer großen Mehrzweckhalle für 20 Millionen Euro werde es eher eine kleine Halle mit Blechwänden für 100.000 Euro. "So fangen wir an", sagte die Flughafenchefin.

Als Perspektive für den Flugverkehr im kommenden Jahr nannte sie eine ganzjährige Verbindung nach Griechenland. Auch für den nächsten Winter liefen schon Verhandlungen. Details wollte Muller nicht nennen.

Sie machte auch klar, dass das künftige Angebot maßgeblich davon abhängen wird, wie die bisher geplanten Flüge angenommen werden: "Wenn die Flieger voll werden, sehen das andere Anbieter und stocken auf." Wer dem Flughafen helfen wolle, für den gelte die Aufforderung: "Buchen Sie!"

Auf Nachfragen der Ausschussmitglieder betonte die Flughafenchefin, dass sich die Lage des Airports auch angesichts der Krise im europäischen Luftfahrtgeschäft so schnell nicht ändern werde. Es gelte, Erwartungen zu bremsen. Und der Ausbau der Luftfracht werde keine Alternative zur Personenbeförderung sein, sondern nur "ein Teil des Portfolios."

Von Göran Gehlen

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