Hotline war zeitweise überlastet

Frust bei der Anmeldung für Termine im Impfzentrum Calden

Ein Schild, das auf das Impfzentrum in Calden hinweist. Noch ist es durchgestrichen.
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Läuft noch nicht: Das Impfzentrum am alten Flugplatz in Calden soll nächsten Dienstag seinen Betrieb aufnehmen. Das gestern noch durchgestrichene Hinweisschild symbolisiert die Probleme auch bei der Terminvergabe.

Eine starke Nachfrage gab es gestern nach Terminen für das Impfzentrum Calden. Wer einen Termin wollte, benötigte zeitweise viel Geduld.

Kreisteil Hofgeismar - Ab 8 Uhr lief die zweite Vergabewelle und nach zwei Stunden waren 20.000 Termine vergeben, am späten Nachmittag waren es 66.000, so das federführende Hessische Innenministerium. Aus Ministeriumssicht kam es zu keiner technischen Überlastung, sagte Pressesprecher Michael Schaich. Nur anfangs gab es vereinzelt Fehlermeldungen.

Teilweise andere Erfahrungen machten unsere Leser. Man wähle sich die Finger wund, ohne ans Ziel zu kommen, so der Tenor frustrierter Anrufer. Auch bei einer Anmeldung über Internet war Geduld gefragt. Viele gaben genervt wieder auf.

„Es ist eine Zumutung für alte Leute“, machte etwa der 83-jährige Gustav Obermann aus Immenhausen seinem Ärger Luft. Eine Stunde lang versuchte er, bei einer der beiden Hotline-Nummern (116 117 oder 06 11 / 50 59 28 88) durchzukommen – vergeblich. Obermann war kein Einzelfall. Und auch wer durchkam, hatte am Ende nicht immer einen Termin, wie Christel Schade aus Ahnatal berichtet. Als sie nach ungezählten Versuchen einen Ansprechpartner hatte, wurde ihr mitgeteilt, dass es technische Probleme gebe. Sie solle nachmittags nochmal anrufen, um für ihre 101-jährige Mutter einen Termin zu erhalten. Diese Anlaufprobleme erklärt das Ministerium damit, dass zu Beginn nicht allen Telefonisten ein Zugriff auf das System möglich war. Betroffen davon waren nach Schätzungen des Innenministeriums etwa fünf Prozent der Anrufer. Das Problem sei schnell behoben worden, wegen der hohen Nachfrage sei es aber dennoch zu Wartezeiten gekommen.

Auch eine Terminvereinbarung via Internet erforderte teilweise einen hohen Zeitaufwand. Vor allem der sogenannte Warteraum machte in den Morgenstunden seinem Namen oft alle Ehre. Manche Leser berichteten, dass sie dort bis zu zwei Stunden ausharren mussten, ehe sie das nötige Formular bearbeiten konnten. Und während der Wartezeit wagten viele es nicht, den Bildschirm aus den Augen zu lassen – aus Angst, bei Untätigkeit nach einer Aufforderung von der Seite zu fliegen, wie Arnim Wolfram aus Sandershausen erzählte. Der virtuelle Warteraum wurde eingerichtet, um das Anmeldeverfahren an sich stabil zu halten und vor einer Überlastung zu schützen. (Michael Rieß)

Ministerium: Jeder Berechtigte erhält Termin

60.000 Senioren über 80 Jahre konnten sich bei der ersten Terminvergabe melden. Seit gestern läuft die zweite Vergabewelle. 300.000 Senioren fallen darunter. Im Gegensatz zum ersten Verfahren, als die Zahl der Termine begrenzt war, werden jetzt alle Impfberechtigten der ersten Priorisierungsgruppe einen Termin buchen können, verspricht das Ministerium. „Jeder bekommt einen Termin, aber nicht alle gleichzeitig“, heißt es in einer Mitteilung des Innenministeriums.

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