Passagierzahlen: Langsam geht es aufwärts

Fünf Jahre Flughafen Calden: Fünf Fakten zum Kassel Airport

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Umstritten und seit fünf Jahren in Betrieb: Der Flughafen Kassel-Calden.

Vor fünf Jahren wurde der Flughafen Kassel-Calden eröffnet. Fünf Fakten rund um den Airport, der schon oft totgesagt wurde. Flughafen-Experten können ihr Wissen im Quiz testen.

1. Sonne

Das soll nicht heißen, dass über Kassel-Calden immer eitel Sonnenschein wäre. Aber von dort kann man in die Sonne düsen. Und so groß, wie das Angebot in diesem Sommer sein wird, war es in der kurzen, aber wechselvollen Geschichte des Flughafens noch nie: Flüge sollen diese Saison nach Mallorca, Kreta, Rhodos, Kos, Ägypten und Bulgarien gehen. Pro Woche wird es 15 Verbindungen geben, nicht darin eingerechnet sind Sonderreisen. Das ist immer noch sehr überschaubar und doch respektabel. 

Vor nicht einmal zwei Jahren sah das ganz anders aus. Im Herbst 2016 gab es in Calden weder eine Fluggesellschaft noch Linienflüge. Bebildert wurden die Berichte damals übrigens gern mit dunklen Wolken über Calden.

2. Arbeitsplätze

Derzeit sind in Calden 160 Menschen beschäftigt. Wegen der zusätzlichen Flugangebote sollen noch einmal 15 Mitarbeiter dazukommen. Für manche Befürworter des umstrittenen Flughafens ist die Rechnung damit längst aufgegangen. Denn laut Wirtschaftsverbänden hängen vom Airport 900 direkte Arbeitsplätze ab, indirekt sollen es sogar mehr als 1000 weitere sein. In einer Untersuchung des Landes Hessen, das einer von vier Gesellschaftern ist, sind sogar 3000 Jobs sowie ein Steueraufkommen von 50 Millionen Euro aufgeführt, die Calden zu verdanken seien. Dagegen steht ein immer noch Millionendefizit. Für 2017 wurde mit einem Minus von sechs Millionen Euro gerechnet.

3. Streit

Trotz der positiven Meldungen geht die Debatte um Kassel-Calden weiter. Für viele ist der Flughafen nach wie vor eine Fehlinvestition. Hessens grüner Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir sagt etwa: "Ich habe den Ausbau des Flughafens immer für falsch gehalten und halte ihn auch weiterhin für falsch." Selbst eine Rekordzahl von 69.810 Passagieren im vorigen Jahr belegt für ihn nicht, dass es einen Bedarf für solch einen Regionalflughafen gibt. Es ist eine Pointe der Realpolitik, dass Gegner wie er nun dafür sorgen müssen, dass das "Millionengrab" wenigstens möglichst wenig Defizit verursacht.

4. Der Name

Den Flughafen Kassel-Calden gibt es seit Januar 2015 offiziell nicht mehr. Seitdem heißt er Kassel Airport. Das klingt nach großem Flughafen und weiter Welt und nicht mehr nach einem Regionalflughafen, über den sich alle streiten. Durchgesetzt hat sich der neue Name indes nicht. Wer von Calden aus in den Urlaub fliegt, sagt in aller Regel nicht "Wir fliegen vom Airport Kassel". Dabei war Calden durch all die negativen Schlagzeilen schon eine bundesweit bekannte Marke. Mehr Airport-Witze gibt es vermutlich nur über den Berliner Flughafen, der wohl niemals fertig wird. Gegen dessen Größenwahn war Kassel stets der sympathische Verlierer.

Auch andere Namen machten Schlagzeilen. Die ersten Geschäftsführer, Maria Anna Muller und Ralf Schustereder, waren relativ schnell wieder verschwunden. Der neue Chef heißt seit April 2017 Lars Ernst und macht nun das, was sein Nachname erahnen lässt.

5. Topmodels

Falls es aus welchen Gründen auch immer doch nichts werden sollte mit dem Erfolg des Flughafens, könnte der Airport trotzdem noch Karriere machen. Sein Talent als fernsehreife Kulisse hat er im November 2016 unter Beweis gestellt, als Heidi Klum ihre "Germany's Next Topmodel"-Kandidatinnen in Calden über den Laufsteg stolzieren ließ. Nach der Ausstrahlung im Februar 2017 (und den vorhergegangenen Negativschlagzeilen) war man in Nordhessen froh über die "willkommene Abwechslung". Manche jubelten über die "wunderschönen Bilder" auf Pro Sieben. Allerdings wurden manche dieser Aufnahmen gar nicht in Calden, sondern in München gemacht. Man kann darüber enttäuscht sein. Man kann es aber auch wie so vieles rund um den Flughafen positiv sehen: Calden hat schon ein Double.

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