Ehemaliger Landrat des Kreises Kassel

Fürstenwald: Dr. Schlitzberger wird am heutigen Sonntag 75 Jahre

Dr. Udo Schlitzberger neben einer Luther-Büste in seinem Garten in Calden-Fürstenwald
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Geburtstag am Reformationstag: Am Sonntag wird Udo Schlitzberger 75 Jahre alt. Passend steht in seinem Garten auch eine kleine Luther-Büste, die er vor Jahren in Wittenberg erworben hatte.

Wer sich dem Haus von Udo Schlitzberger nähert, bemerkt schnell, dass darin ein kreativer Geist lebt. Dieser kreative Geist wird am heutigen Sonntag 75 Jahre.

Fürstenwald – Alte Wurzeln, ausgehöhlte Stämme und außergewöhnliche Steine hat der ehemalige Landrat in seinem Vorgarten künstlerisch angeordnet. Dass er nicht nur einen Sinn für Kunst hat, sondern auch für Vor- und Frühgeschichte brennt, erfährt man schnell, wenn man mit ihm ins Plaudern kommt.

Buch über den Dörnberg in der Keltenzeit

In der einen Hand einen glühenden Zigarillo, in der anderen einen Kuli und vor ihm ein Berg von Büchern und Zetteln: So wie man Schlitzberger beim Hausbesuch in seinem Garten erlebt, scheint es im Alltag des ehemaligen Politikers häufig zuzugehen. „Ich überarbeite gerade mein nächstes Buch über den Dörnberg in der Keltenzeit“, erklärt er.

Seit Jahren befasst er sich mit der jahrtausendealten Geschichte unserer Region, arbeitet dabei zusammen mit einem Freund. Mit ihm habe er auch Geschichtskurse bei der VHS gegeben, die durch Corona etwas eingeschlafen seien, ergänzt der Jubilar. Der ist in Nordhessen vor allem durch sein langjähriges Amt als Landrat bekannt. Ob die Modernisierung des Tierparks, die Sanierung des Wasserschlosses Wülmersen oder die moderne Abfallwirtschaft im Kreis: Auf vieles aus diesen 18 Jahren blickt er mit Stolz zurück.

Nicht ganz ohne Politik

Ganz ohne Politik kann der Ruheständler noch immer nicht sein, ist er doch im Vorstand der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus und als Delegierter beim Bundesparteitag dabei. Klar, dass da auch aus der Partei würdigende Worte zum Geburtstag kommen.

Dass er trotz seines Alters nur so vor Vitalität strotzt, scheint auch ein wenig Glück zu sein. Denn eigentlich mache er vieles, was ungesund sei, bemerkt er und schweigt dann lächelnd. Auch wenn Sport längst nicht mehr sein Ding ist, so steht allsonntäglich bei ihm eine Wanderung in der Region auf dem Programm. „Zumindest rund um meinen Heimatort bis hinüber zum Dörnberg kenne ich jeden Quadratmeter.“

Da er zudem über ein großes Grundstück verfügt, gehört auch Gartenarbeit zu seinem Fitnessprogramm: „Rasenmähen bringt genug Bewegung“, meint er. Früher hat er Fußball gespielt, sogar während seiner Abgeordnetenzeit in Wiesbaden in der Landtags-Elf mitgemischt. „Inzwischen fiebere ich nur noch mit, und zwar für Dortmund.“ Daneben hat er ein Faible für Künstlerisches: So kann man auf seinem Grundstück einen eine Luther-Büste finden, zwischen alten Schiffsseilen von der Küste und vom Blitz bearbeiteten Baumstämmen. „Früher habe ich sogar selbst Metall verarbeitet – heute bringe ich nur noch Dinge mit, die mir ins Auge fallen.“

Am liebsten auf Reisen

Wenn Schlitzberger mal nicht im Grünen unterwegs ist oder über Büchern brütet, ist er am liebsten auf Reisen oder besucht Veranstaltungen verschiedener Art: „Als in der Coronazeit gar nichts mehr los war, hat mir das sehr zu schaffen gemacht, denn ich bin gerne unter Menschen.“ Deshalb wird er an seinem Geburtstag auch nicht wenig Gäste haben, die er ins Café des Wasserschlosses Wülmersen geladen hat. Selbstverständlich seien da auch seine Nachfolger dabei, zu denen er ein sehr gutes Verhältnis habe, sagt er. Und sicher wird da auch einiges zur Sprache kommen aus seinem bewegten Leben, das für den durchaus streitbaren Schlitzberger nicht immer ohne Schlagzeilen ablief. (Tanja Temme)

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