Neue Attraktion durch Aussichtsturm

Geld für Fontänen in Wilhelmsthal: Wasserspiele im Schlosspark sollen reaktiviert werden

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Strahlend schön: Nur wenige der vergoldeten Putten im Schlosspark von Wilhelmsthal sind bereits restauriert. Im Hintergrund ist der Grottenkanal zu sehen, an dessen Rand die Rohre für die Wasserspiele liegen.

Kassel/Wilhelmsthal. Die Wasserspiele von Schloss Wilhelmsthal sollen wieder zu einer Attraktion werden. Seit 2009 waren sie nicht mehr zu sehen, weil die Technik in der Parkanlage nicht mehr funktioniert.

Das ist ein Jammer, denn nicht nur der Bergpark Wilhelmshöhe ein paar Kilometer entfernt hat Wasserkunst zu bieten. „Hier in Wilhelmsthal ist das alles sehr viel filigraner, mehr Zierde als Machtdemonstration“, sagt Astrid Schlegel von der Bauabteilung der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Die Arbeiten zur Sanierung haben bereits begonnen. Dazu gehört auch der Wasserzulauf über einen Flutgraben, in dem sich jede Menge Schlamm abgesetzt hatte.

Schloss Wilhelmsthal profitiert vom Kulturinvestitionsprogramm des Landes. 1,5 Millionen Euro sind bislang für die Reaktivierung der Wasserkunst, für die Grotte und den Kanal zugesichert. Zu dem Programm gehört auch die Sanierung der Figuren rund um den Grottenteich. Diese Putten stellen unter anderem Tugenden wie Mut und Gerechtigkeitssinn dar. 22 Einzelfiguren und kleine Gruppen gibt es, von denen erst wenige saniert sind. „Diese Putten sind deutschlandweit einmalig“, sagt Astrid Schlegel, die sich über die Unterstützung durch eine Bürgerinitiative freut. Die aus Blei gegossenen und vergoldeten Figuren sind zuletzt in den 1960er Jahren überarbeitet worden. Heute gibt es nur noch ganz wenige Fachleute, die das können. Die meisten Putten stehen in der Werkstatt.

Es wird noch einige Jahre dauern, bis sie wieder alle am Grottenteich zu sehen sind. Bei den Vorbereitungen für die Sanierung der Anlage haben die Fachleute festgestellt, dass der Grottenkanal ursprünglich mehrere Meter kürzer war als heute. „Wir werden das wieder in den Originalzustand versetzen und auch die Wegeführung entsprechend verändern“, sagt Astrid Schlegel.

Für die Besucher der Schlossanlage soll es mittelfristig einige Verbesserungen geben. Dazu gehört der Umbau eines der Wachthäuser im Eingangsbereich zu einem Besucherzentrum. Im Vergleich zu den Anlaufstellen im Bergpark Wilhelmshöhe fällt der Nachholbedarf besonders auf.

Eine Neuerung können sich die Besucher voraussichtlich noch in diesem Jahr ansehen. Die Sanierung des Wachtturms im Park ist bereits weit fortgeschritten. Er soll demnächst als Aussichtsturm genutzt werden können. Von der Turmspitze hat man einen herrlichen Blick über das Gelände.

Das wurde ab 1743 unter Landgraf Wilhelm VIII. angelegt. An ihn erinnern übrigens die kleinen Fontänen im Grottenteich. Die bilden mit ihren Wasserstrahlen ein umgedrehtes „W“. Ein vergleichsweise dezenter Hinweis auf den Bauherren.

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