Widerstand gegen Salzleitung

Gemeinde Calden lässt Bohrungen von Kali+Salz nicht zu

Calden. Die Gegner der von K+S geplanten Oberweser-Pipeline erhalten nun auch Rückendeckung aus Calden. Die Gemeindevertretung lehnte einen Antrag des Unternehmens ab.

Der Düngemittelhersteller Kali + Salz muss in den Planungen für die sogenannte Oberweser-Pipeline den nächsten Dämpfer hinnehmen. Am Donnerstag hat auch die Gemeindevertretung in Calden einen Antrag auf Wegenutzung abgelehnt. Mit zwei Bohrungen wollte das Unternehmen den Baugrund für die Salzleitung prüfen.

Vertreter des Unternehmens hatten zuvor im Caldener Ausschuss für Infrastruktur und Soziales für das Vorhaben geworben. „In den Unterlagen der K+S-Vertreter blieb unerwähnt, dass im Reinhardswald Salzwasser-Becken entstehen sollen und dass das Land Niedersachsen ein Betretungsverbot bereits erteilt hat“, sagte Irmgard Croll von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG).

Vorbehalte von FWG und CDU

Bei der Abstimmung in der Gemeindevertretung hatte es fünf Gegenstimmen gegeben. Philipp Dinges (FWG) erklärte vor der Abstimmung sein Wahlverhalten: „Man sollte die Bohrungen von den weiteren Plänen trennen. Ich werde, wie im Ausschuss, mit Nein abstimmen. Das bedeutet aber nicht, dass ich für die Oberweser-Salzleitung bin.“ Ähnlich argumentierte Peter Voepel (CDU): „Zwei Bohrungen bedeuten noch nicht, dass die Leitung auch kommt.“

Im vergangenen Jahr hatten bereits andere Kommunen K+S untersagt, ihre Grundstücke zu betreten und Wege zu nutzen, darunter auch Trendelburg, Oberweser, Hofgeismar und Wahlsburg. „K+S spielt Arbeitsplätze gegen Naturschutz aus. Diese Abstimmung ist ein weiteres Signal des Widerstands gegen die Salzleitung in Nordhessen“, sagte SPD-Vertreter Ullrich Messmer.

Keine Überraschung für K+S

Jörg Willecke, bei K+S zuständig für die mögliche Fernleitung zur Oberweser, berichtete von einer „sachlichen Gesprächsatmosphäre“ in der Ausschusssitzung. „Die ablehnende Haltung war schon vorher zum Ausdruck gekommen, insofern sind wir vom Abstimmungsergebnis nicht überrascht.“

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