Über Auswirkungen diskutieren

Geplante Parkgebühren am Schloss Wilhelmsthal stoßen Gemeinde Calden sauer auf

Beliebtes Ausflugsziel: Das Schloss Wilhelmsthal ist auch bei Veranstaltungen (wie hier bei einem Gartenfest) ein Besuchermagnet. Ab Januar 2022 will die MHK auf dem Schlossparkplatz Parkgebühren erheben. Archiv
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Beliebtes Ausflugsziel: Das Schloss Wilhelmsthal ist auch bei Veranstaltungen (wie hier bei einem Gartenfest) ein Besuchermagnet. Ab Januar 2022 will die MHK auf dem Schlossparkplatz Parkgebühren erheben.

Die von der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) beabsichtigten Parkgebühren ab 2022 am Schloss Wilhelmsthal rufen nun die Gemeindevertreter Caldens auf den Plan.

Calden - Sie stehen der Erhebung nicht positiv gegenüber und befürchten dadurch unterschiedliche Auswirkungen.

Der Diskussionsgrund

Die MHK plant zum Jahreswechsel die Einführung von Parkgebühren auf dem Parkplatz vor dem Schloss Wilhelmsthal (wir berichteten). Die Begründung: die steigenden Unterhaltungskosten der Parkanlagen. Seit Beginn der Corona-Pandemie habe sich das Müllaufkommen deutlich erhöht. Deshalb werden laut MHK mehr Parkaufsichten eingesetzt. Wer ab Januar maximal eine halbe Stunde am Schloss parken will, für den bleibt es kostenlos, ein Kurzzeitticket (bis zu zwei Stunden) soll einen Euro kosten. Für ein Tagesticket sind vier Euro angedacht.

Die Befürchtungen

Die FWG-Fraktion befürchtet, dass durch die Gebührenerhebung „das Wildparken in der Schlossnähe weiter zunimmt, inbesondere im Bereich Burgweg/Burgwegshöhe, Lindenrondell und entlang der Lindenallee.“ Schon jetzt würden täglich Autos im hinteren Bereich der Schlossmauern und in jeder möglichen Nische parken, die „ein paar Meter Fußweg einsparen.“ Die Fraktion erwartet zudem, dass sich dann mehr Müll in der Landschaft ansammeln wird. „In der Folge bedeutet das einen Mehraufwand für Ordnungsamt und Bauhof“, heißt es in der Darstellung. Weiter stellt man sich die Frage, ob die Kosten, die durch die Aufstellung und Unterhaltung von Parkscheinautomaten und dem Aufwand bei der Parkzeitenkontrolle entstehen, tatsächlich so positiv in Relation zu den genannten Nachteilen stehen.

Ulrich Meßmer von der SPD betonte, dass das Schloss Wilhelmsthal eine besondere Bedeutung habe. „Wir haben hier regelmäßige und gut besuchte Veranstaltungen, wie die Konzerte des Heeresmusikkorps Kassel und das Gartenfest. Da muss über die Planungen der MHK und über die Auswirkungen diskutiert werden“, sagte er. Vonseiten der MHK sollte Interesse bestehen, das gemeinsam zu erörtern, fügte Meßmer hinzu. Es ärgere ihn nicht nur die Situation mit den Parkgebühren, sondern auch, dass die Zinnfigurenausstellung, die sich schon seit vielen Jahren im Schloss befindet, weichen muss. In dem Zimmer soll ein Lagerraum für ein Café entstehen, das im Frühjahr eröffnen soll.

Der Beschluss

Der Ausschuss für Nachhaltigkeit, Infrastruktur und Soziales hatte auf Initiative der SPD-Fraktion den ursprünglichen Antrag der FWG-Fraktion zu den geplanten Parkgebühren als interfraktionellen Antrag mit einem geänderten Wortlaut zur Beratung eingebracht. Dieser Beschluss wurde in der Gemeindevertretersitzung einstimmig verabschiedet. Die Empfehlung lautet: „Der Gemeindevorstand wird beauftragt, mit der MHK Gespräche zu führen, um die Auswirkungen einer Parkgebührenerhebung zu erörtern. Gleiches gilt für die Auswirkungen der geplanten Veränderungen im Eingangsbereich des Schlosses, das geplante Café und Auswirkung auf die Ausstellung ,Schlacht bei Wilhelmsthal’. Die MHK wird gebeten, die weitere Entwicklung mit den gemeindlichen Gremien abzustimmen und einen Vertreter zu Vorstellungszwecken zu entsenden.“ (Nela Müller)

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