Das Platt soll weiterleben

Geschichtsverein Westuffeln sammelt Mundart-Hörproben verschiedener Dörfer

Im Tonstudio: Geschichtsvereinsvorsitzender Wolfgang Lange, Ilse Kniep, Laura Müller und Andreas Zier (von links) arbeiten an einer Aufnahme für die Mundart-Präsentation im Internet. Foto: Binienda-Beer

Westuffeln. „In Westuufeln, da sie ick toreme!“  Wer’s nicht versteht: „In Westuffeln, da bin ich zu Hause!“ In seinem Bemühen um das Fortleben der Mundart blickt der Geschichtsverein des Caldener Ortsteils jetzt auch über den eigenen Gartenzaun hinaus.

Ein Mundartkataster für Nordhessen ist das neueste Arbeitsziel. Aus möglichst vielen Dörfern wollen die Geschichtsfreunde Dialekte zusammentragen und allen Interessierten zugänglich machen: mit Hörproben auf der Homepage des Geschichtsvereins.

Das lokale Sprachgut, das immer auch Charme und Witz in sich trägt, schafft dörfliche Identität und lässt sich als ein Stück Kulturgeschichte verstehen. Nur, die Volkssprache droht auszusterben. Immer weniger Menschen beherrschen die heimatliche Mundart. Und die Älteren, denen sie mühelos über die Lippen kommt, werden immer weniger. Der Geschichtsverein Westuffeln mit Wolfgang Lange an der Spitze will gegensteuern: den Reiz des Plattdeutschen in viele Ohren transportieren und damit zu seiner Stärkung ermuntern.

„Wo schwatzet me denn so?“, heißt das Projekt Mundartvergleich. Ein Anfang ist gemacht: Hörproben aus Westuffeln (Ilse Kniep), Calden (Georg Braun), Ehrsten (Irmgard Wenzel und Christa Lecke), Fürstenwald (Dorothea Pavel), Obermeiser (Adolf Jütte) und Meimbressen (Friedhelm Dilcher) lassen sich bereits auf der Homepage (www.geschichtsverein-westuffeln.de/Mundart) abrufen und vergleichen. Dazu gibt es den Ausgangstext auf Hochdeutsch. Plattschwatzer in den jeweiligen Orten haben sich in den Dienst der guten Sache gestellt. Den vorgegebenen Text durfte jeder Sprecher um einen Mundartspruch oder -reim aus seinem Heimatdorf ergänzen. Die Hochdeutschvariante steuerte die Westuffelnerin Laura Müller, 23, bei. Unverzichtbare Unterstützung leistet bei diesem ehrgeizigen Projekt Andreas Zier, ebenfalls Westuffeln, der sein professionelles Tonstudio zur Verfügung stellt.

„Wir hoffen, dass wir möglichst viele Mundarten sammeln und daraus das angestrebte Kataster erstellen können“, sagt Lange. Das funktioniert nur, wenn sich weitere Dörfer anschließen und ihr eigenes Platt vorstellen. Wer den Weg ins Tonstudio nach Westuffeln scheut, kann trotzdem dabei sein. Mitglieder des Geschichtsvereins kommen bei  Bedarf  mit einem mobilen Aufnahmegerät in die Orte. Dann heißt es auf West-üüfelsch „Vertell mick ma watt!“ (Erzähl mir was!)

Kontakt: Geschichtsverein Westuffeln, Tel.: 0 56 77/325, oder E-Mail an vorstand@geschichtsverein-westuffeln.de

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