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Gewerbepark Kassel Airport: Arbeiten beginnen auf zehn Hektar Fläche

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Von: Daria Neu

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In der nächsten Zeit wird schweres Gerät auf dem Gelände des Gewerbeparks Airport Kassel im Einsatz sein.
In der nächsten Zeit wird schweres Gerät auf dem Gelände des Gewerbeparks Airport Kassel im Einsatz sein. © Daria Neu

Nach langer Planung ist es so weit: Die ersten Arbeiten für ein Projekt, das in Nordhessen einzigartig ist, haben auf dem alten Flughafengelände in Calden begonnen.

Calden – Was derzeit noch wie eine riesige, brachliegende Fläche aussieht, könnte sich zu einem „infrastrukturellen und energiepolitischen Ausrufezeichen“ entwickeln, das in Hessen bisher unvergleichlich ist. Stück für Stück soll auf dem alten Flughafengelände der Gewerbepark Kassel Airport gebaut werden. Große Logistikunternehmen, insbesondere flugbetriebsaffine Betriebe, und Dienstleister haben bereits Interesse bekundet, sich im neuen Gewerbegebiet anzusiedeln.

Beim offiziellen Spatenstich stellte das Projektteam, zu dem neben der Gemeinde Calden, der Stadt Kassel und dem Landkreis Kassel auch die Flughafen GmbH als Eigentümerin der Flächen und das Land Hessen als finanzieller Schirmherr gehören, die Einzigartigkeit des Vorhabens, das bereits seit zwei Jahrzehnten geplant wird, heraus.

Die ersten Arbeiten für ein Projekt, das in ganz Nordhessen einzigartig ist, haben auf dem alten Flughafengelände in Calden begonnen. Auf insgesamt 68 Hektar Fläche soll dort der Gewerbepark Kassel Airport entstehen. Beim offizielle Spatenstich für den ersten Bauabschnitt waren (von links) Staatssekretär Dr. Martin Worms, Airport-Geschäftsführer Lars Ernst, Landrat Andreas Siebert, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle und der Caldener Rathauschef Maik Mackewitz dabei.
Die ersten Arbeiten für ein Projekt, das in ganz Nordhessen einzigartig ist, haben auf dem alten Flughafengelände in Calden begonnen. Auf insgesamt 68 Hektar Fläche soll dort der Gewerbepark Kassel Airport entstehen. Beim offizielle Spatenstich für den ersten Bauabschnitt waren (von links) Staatssekretär Dr. Martin Worms, Airport-Geschäftsführer Lars Ernst, Landrat Andreas Siebert, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle und der Caldener Rathauschef Maik Mackewitz dabei. © Daria Neu

Startschuss für den Gewerbepark Kassel Airport: Zusammenarbeit ist entscheidend

Vor allem der Verbindung zwischen dem künftigen Gewerbepark und dem bereits bestehenden Flughafen wurde dabei am Donnerstag eine besondere Bedeutung zugeschrieben.

Laut Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz handelt es sich um ein Projekt, das Calden nicht allein hätte stemmen können, in dieser Zusammenarbeit aber die Zukunft für die gesamte Region sichern könne. Entwicklung, Vermarktung, bautechnische Planung – all das und noch viel mehr hätte das Team in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt. Die ersten sechs Millionen Euro für die ersten zehn von 68 Hektar Fläche sollen der Startschuss für eine Idee sein, die nachhaltige Flächennutzung, wirtschaftliches Wachstum und Arbeitsplätze ermögliche.

Projekt lag einige Zeit auf Eis 

Ziel ist es bereits seit 2013, die 68 Hektar große Fläche als Gewerbe- und Industriegebiet für flugbetriebsaffine Betriebe und Dienstleister zu entwickeln. Weil die Erschließung seinerzeit jedoch nicht vollständig gesichert gewesen war, lag das Projekt auf Eis. Seit 2019 haben sich die Beteiligten wieder intensiver mit dem Bebauungsplan für die Fläche beschäftigt. Am Gewerbegebiet beteiligt sind der Landkreis Kassel, die Stadt Kassel sowie die Gemeinde Calden. Dienstleisterin ist die Hessische Landgesellschaft (HLG). Noch gehören die Flächen der Flughafen GmbH. Den Bebauungsplan für den ersten Teilabschnitt hat die Caldener Gemeindevertretung im Juni dieses Jahres beschlossen.

Vor allem die Energieversorgung im entstehenden Industriegebiet sei besonders. Schließlich setze man auf regenerative Energie. „Wir befinden uns an einem Ort mit Aufbruchsstimmung, der enorme Vorteile birgt – konträr zur aktuellen Krisenlage“, sagte Mackewitz.

Wenn bald auch noch die Bundesstraße 7, also die Umgehungsstraße fertig sei, entwickele sich das Gebiet fast schon wie ein eigener Ortsteil, der weit über die Grenzen Caldens von Bedeutung sei. Die wichtige Rolle des Flughafens würde damit einmal mehr unterstrichen.

„Innovativ, ideenreich und zukunftsorientiert“: Land, Kreis und Kommunen eng vernetzt

Dass es sich bei dem künftigen Gewerbepark Kassel Airport um ein Vorhaben handelt, das nicht nur im gesamten Landkreis Kassel, sondern in ganz Nordhessen Alleinstellungscharakter hat, war gestern beim Spatenstich auf dem ersten Bauabschnitt allen Gästen bewusst. Allein die lange Liste aller Beteiligten – sowohl finanziell als auch planerisch – machte deutlich, wie umfangreich das Vorhaben ist.

Da der Geldanteil der Gemeinde Calden zu 100 Prozent vom Land Hessen zurückgebürgt werden soll, äußerte sich unter anderem auch Staatssekretär Dr. Martin Worms zum Vorhaben. Der Gewerbepark zeige, „dass es in diesen Krisenzeiten auch noch Erfreuliches“ gebe. Die Entwicklung des ländlichen Raums habe einen hohen Stellenwert. Wenn dies auch noch nachhaltig, selbstversorgend und klimaneutral wie in Calden passiere, sei dies umso mehr hervorzuheben.

Ein Flugzeug der Sundair Airline ist gestern Vormittag in Calden abgehoben, um nach Hurghada zu fliegen: Das ägyptische Urlaubsgebiet soll auch ein Ziel im Sommerflugplan 2023 sein.
Die ersten Arbeiten für den Gewerbepark Kassel Airport auf dem Gelände des alten Flugplatzes haben begonnen. © Thomas Thiele

Gewerbepark Kassel Airport zeigt Bedeutung des Flughafens in Calden

Der Gewerbepark könne ein „infrastrukturelles und energiepolitisches Ausrufezeichen“ werden, sagte Worms. Das Projekt sei „innovativ, ideenreich und zukunftsorientiert.“ Den Worten schloss sich auch Landrat Andreas Siebert an. Durch den Gewerbepark werde die Bedeutung des Flughafens herausgestellt. An der Entwicklung habe sich der Landkreis gern beteiligt. Ohnehin profitierten alle von der „eng verzahnten Zusammenarbeit.“

In Nordhessen sei man gut vernetzt mit regionalen Unternehmen. „Wir haben ihnen zugehört“, sagte Siebert. Was man in der Region brauche, sei Potenzial. Dazu gehörten auch Flächen, auf denen Betriebe und Firmen ihre Kraft entfalten könnten.

Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle blickte ebenfalls auf die vergangenen Jahre zurück, in denen die Idee immer weiter gereift ist. „Es ist ein guter Tag für Nordhessen“, sagte er gestern. Dennoch müsse man sich darauf einstellen, dass es nun Ausdauer erfordere, dass es ein langer Weg sei, bis sich die ersten Firmen im neuen Gewerbepark angesiedelt haben. (Daria Neu)

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