Giftige Wolle verteuert Umbau des Feuerwehrhauses

Das Feuerwehrhaus in Calden: Das Gebäude soll umgebaut und erweitert werden. Das wird deutlich teurer, weil Schadstoffe gefunden wurden. Fotos: Gehlen/privat

Calden. Der Um- und Anbau des Feuerwehrgerätehauses in Calden wird teurer als gedacht: Neue Auflagen und der Fund krebserregender Mineralwolle treiben die Kosten nach oben.

Das Gemeindeparlament stimmte den 322.000 Euro Mehrkosten zähneknirschend zu. Die Kommune greift ohnehin für die Feuerwehr tief in die Tasche, auch um neue Fahrzeuge anzuschaffen.

Iris Wetzel

Was das Gemeindeparlament ärgerte: Im Sommer waren die Kosten noch auf 1,5 Millionen Euro kalkuliert worden. Doch bei Überprüfung der Bausubstanz entdeckte man, dass Sozialtrakt und Fahrzeughalle mit der Mineralwolle gedämmt sind. Die ist laut Stadt gebunden, also nicht gefährlich - zumindest solange sie nicht angefasst wird. Doch durch den Umbau kann sich krebserregender Staub bilden.

„Wir haben von keiner Seite den Hinweis bekommen, dass Mehrkosten möglich sind“, sagte Iris Wetzel (SPD-Fraktion). Sie erwarte von der Verwaltung, dass man versuche den Kostenrahmen einzuhalten. Zwar wird das Projekt vom Land mit 368.800 Euro gefördert. Doch das bedeute auch, dass die Stadt das Vierfache der Summe selbst stemmen müsse.

Laut Eva-Maria Dölle vom Bauamt gibt es aber keine Alternative: Streiche man Teile des Um- und Anbaus, verliere die Stadt die Förderung. Und mit Blick auf die Zukunftssicherheit des Gebäudes sei es auch nicht möglich, etwas kleiner oder günstiger zu machen. Auch neue Anforderungen der Unfallkasse tragen zur Kostenerhöhung bei. So ist eine Lüftungsanlage für die Umkleide Pflicht.

Joachim Helmke (SPD-Fraktion) kritisierte zudem, dass die Unfallkasse nicht schon vorher herangezogen wurde, um frühzeitiger auf solche Dinge aufmerksam zu machen. „Das ärgert mich. Wenn ich so jemanden habe, kann ich ihn auch früher auf die Schiene setzen.“ Und finanziell stehe der Gemeinde sowieso das „Wasser bis zum Hals“.

Dass es keine Alternativen gibt, überzeugte die Gemeindeverordneten allerdings: Sie stimmten mit großer Mehrheit den neuen Kosten zu. Einstimmigkeit gab es bei den Feuerwehrfahrzeugen: Für Ehrsten soll ein Löschfahrzeug (LF 10/6) angeschafft werden. Das Hessische Innenministerium hat dafür 66.000 Euro bewilligt. Die Gesamtkosten sollen bei 180.000 Euro liegen. Die Anschaffung soll aus finanziellen Gründen auf zwei Jahre gestreckt werden. Das Fahrgestell ist 2015, der Aufbau für 2016 vorgesehen.

Für die Caldener Wehr wird zudem ein Einsatzleitwagen angeschafft. Weil dafür schwerer Förderung zu bekommen ist, macht Calden dies komplett mit eigenem Geld. 55.000 Euro stehen noch aus dem Haushalt 2013 zur Verfügung, 25.000 Euro Restmittel aus dem Bereich Digitalfunk.

Von Göran Gehlen

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.