1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar
  4. Calden

Glasfaser lässt Kunden hängen: Caldener Paar ist wochenlang ohne Telefon und Internet

Erstellt:

Von: Hanna Maiterth

Kommentare

Im Haus ist alles vorbereitet für den zweiten Anschluss: Das Kabel, das in die Wohnung von Wilhelm Lecke in Calden führt, wartet seit acht Wochen auf seinen Einsatz.
Im Haus ist alles vorbereitet für den zweiten Anschluss: Das Kabel, das in die Wohnung von Wilhelm Lecke in Calden führt, wartet seit acht Wochen auf seinen Einsatz. © Hanna Maiterth

Kein Telefon, kein Internet: Seit acht Wochen sind Wilhelm und Helga Lecke aus Calden nicht erreichbar. Trotzdem wurde ihnen Geld abgebucht.

Calden – Es sei denn, jemand betätigt die Klingel des Ehepaars in dem Zweifamilienhaus. Grund ist die fehlende Glasfaserleitung. Statt zwei Leitungen gibt es dort nur eine, erklärt Wilhelm Lecke.

Dabei wurden für das Haus, in dem das über 80-jährige Paar seit acht Wochen lebt, extra zwei Leitungen bestellt. Von der Deutschen Glasfaser, mit der ein Vertrag geschlossen wurde, kämen aber seither nur leere Versprechen. Auf die Presseanfrage unserer Zeitung gab es vonseiten der Presseabteilung bei der Deutschen Glasfaser keine Reaktion.

„Für uns ist besonders das Telefon wichtig“, sagt Lecke. Es ist die Verbindung zu Freunden und Geschwistern, die aufgrund der Coronapandemie weiterhin nicht besucht werden können.

Provisorische Lösung reicht nicht

Es ist die Verbindung zu den Arztpraxen. Provisorisch hat das Paar nun ein Telefon über die Leitung der Tochter, die in der Wohnung darüber wohnt. „Die Nummer kennen unsere Freunde und Geschwister, die Arztpraxen natürlich nicht.“

Vorher wohnte das Ehepaar im Nachbarhaus. Das wurde dann aber an den Enkel weitergegeben und die Leckes wollten stattdessen die Wohnung im Haus der Tochter beziehen. Im Zuge dessen wurde die Wohnung auch gleich renoviert und eine Glasfaserleitung verlegt.

Jetzt verlaufen die Kabel zwar durch die Wände in dem Haus, doch die Enden hängen unnütz aus der Wand. Das Ehepaar versucht seit Wochen, eine Lösung zu finden – am liebsten zusammen mit der Deutschen Glasfaser. „Da kamen erst glaubhafte Zusagen“, sagen Wilhelm und Helga Lecke.

Deutsche Glasfaser haben sich nicht zurückgemeldet

Doch nach inzwischen mehr als acht Wochen, in denen sich die Deutsche Glasfaser nicht zurückgemeldet habe, reicht es dem Paar.

Bei der Kundenhotline würden sie nur weitergeleitet und vertröstet. Oft heiße es: „Wir kümmern uns drum.“ Zum Teil seien die Mitarbeiter wirklich freundlich gewesen, sagt Lecke. Doch manchmal eben auch nicht.

Im Keller befindet sich nur ein graues Kästchen, das das Haus mit schnellem Internet und Telefon versorgen soll. „Das kam mir komisch vor und deshalb habe ich das angesprochen.“ Die Stimme beim Kundenservice habe patzig geantwortet, das habe nichts mit der zweiten Leitung zu tun.

Keine Leistungen erbracht, trotzdem Geld vom Konto abgebucht

Obwohl noch keine Leistung erbracht wurde, sei bei dem Ehepaar Lecke schon Geld vom Konto abgebucht worden. Dazu kämen noch die Telefonate, die doch nur ins Leere geführt hätten, sowie der vergebliche Einsatz des Technikers. Den habe man zu Beginn in der Hoffnung gerufen, dass das Problem schnell aus der Welt geräumt werden könne.

Dass sich die Deutsche Glasfaser nicht ein einziges Mal zurückgemeldet habe, enttäuscht das Paar. Dabei wurde vonseiten der Caldener alles rechtzeitig in die Wege geleitet. Das Kabel hätte nur noch in den Verteilerkasten gesteckt werden müssen. „Wir haben sogar noch einen Tag vorher nachgefragt, ob alles in Ordnung ist.“ Diese Frage sei bejaht worden, erinnert sich Wilhelm Lecke.

Was nun bleibt, ist ein Gefühl der Hilflosigkeit und die Hoffnung, dass sich nun bei der Deutschen Glasfaser doch noch endlich jemand regt, damit bei die Leckes vor allem das wichtige Telefon, aber auch das Internet wieder funktionieren. (Hanna Maiterth)

Auch interessant

Kommentare