Freie Wahl des Kindergartens

Streit zwischen Grebenstein und Calden wegen Kita-Rechnung

Hofgeismar. Die freie Wahl des Kindergartens benachteiligt Städte und Gemeinden. Das sagt Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor und übt Kritik am hessischen Kinderförderungsgesetz.

Das Gesetz, das im vergangenen Jahr in Kraft trat, räumt Eltern die Möglichkeit ein, ihre Kinder auch in Einrichtungen anderer Kommunen unterzubringen, sofern dort freie Plätze sind.

Das anfallende Defizit, so die Gesetzeslage, muss die Wohnortgemeinde zahlen. Gleichzeitig, so Sutor, „haben wir Kosten, weil wir in unserem eigenen Kindergarten die Plätze ja auch vorhalten müssen, die dann nicht besetzt sind.“

Bislang spielte dies keine große Rolle. Die Bürgermeister im Landkreis Kassel hatten sich geeinigt, gegenseitig keine Forderungen zu erheben. „Der Verwaltungsaufwand wäre zu hoch, zumal sich Einnahmen und Ausgaben bei den meisten Kommunen die Waage halten würden.“

Alle Kommunen des Kreises mit Ausnahme von Zierenberg traten der Übereinkunft bei. Doch vergangenes Jahr scherte auch Calden aus. Und das sorgt jetzt, wie es Sutor vorsichtig formuliert, für Gesprächsstoff. Jetzt nämlich liegt der Stadt Grebenstein eine Rechnung aus Calden vor. 657 Euro soll Grebenstein pro Kind und Monat zahlen, das in einer privaten Einrichtung in Calden untergebracht ist. Und es ist nicht nur ein Grebensteiner Kind, sondern gleich sieben.

„Wenn man eine Rechnung bekommt, will man ja auch wissen, welche Standards dahinter stecken“, begründet Sutor, warum die Stadt bislang noch nicht zahlte. Zugleich verweist er darauf, dass im vergangenen Jahr statt der 657 Euro nur 200 verlangt wurden. Aber auch da wurde noch nicht bezahlt - mit Blick auf weiteren Klärungsbedarf. In Calden verweist man darauf, dass man von der Zahlung nichts habe, sie lediglich an den Kita-Betreiber weiterleite.

Von Michael Rieß

Rubriklistenbild: © dpa

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