Feuerwehr probte den Ernstfall

Große Notfallübung: Dicker Rauch am ehemaligen Flugplatz in Calden

Calden. Ein Hubschrauber explodiert, Verletzte sind in einem Pkw eingeschlossen, dazu dichte Rauchwolken, Geschrei und Blaulicht: Für eine Notfallübung der Caldener Flughafenfeuerwehr wurde am Samstag ein Unfall auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes inszeniert.

Neben Mitgliedern der Werkfeuerwehr waren Einsatzkräfte der Feuerwehr Calden, Mitglieder eines Kasseler Notarztkurses sowie Rettungssanitäter an der Übung beteiligt. „Alle zwei Jahre findet eine Großübung statt – und in den Jahren dazwischen eine kleinere wie jetzt“, erklärte Natascha Zemmin, Pressesprecherin des Flughafens. Mit den zehn Statisten der Gruppe „Crash-Art“ waren rund 80 Menschen an der fingierten Katastrophe auf der sogenannten Helikopter-Flugbetriebsfläche beteiligt.

Den dramatischen Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Helikopter, der aus Wartungsgründen im Bodenbereich flog, hatten sich Alexander Emde von der Werkfeuerwehr und Unfalldarstellungsexperte Jochen Radtke ausgedacht. Um die Situation möglichst realistisch darzustellen, waren sämtliche Opfer aufwendig geschminkt – und es gab sogar eine sehenswerte Explosion, für die Pyrotechniker gebucht waren.

„Um den toten Piloten darzustellen, haben wir reichlich Bananen zermatscht und das Ganze mit unserem selbst hergestellten Blut überzogen“, erklärte der Crash-Art-Chef, das Rezept dafür bestehe hauptsächlich aus Seife, alles andere sei aber geheim, sozusagen ein Betriebsgeheimnis.

Da es auf dem weitläufigen Gelände vor der Übung stark stürmte, hatten viele nicht nur mit der Kälte zu kämpfen, auch einiges lief anders ab als geplant. „Wir hatten eine brennende Person in unserem Szenario vorgesehen – durch den Sturm brannte sie leider nicht so lange, wie wir es eigentlich gewollt hatten“, berichtet der Zierenberger. Dennoch hätte man auch diesen Part geübt, sodass es kein wirkliches Problem war.

Nicht nur die Feuerwehrleute, angehenden Notärzte und Rettungssanitäter machten an diesem Tag einen guten Job, auch die Darsteller bekamen großes Lob, hatte jeder doch ganz individuell seine Verletzung präsentiert und nicht selten mit entsprechenden Lauten unterlegt. Auch das Resümee des Leiters der Flughafenfeuerwehr fiel positiv aus: „Es muss natürlich noch eine detaillierte Auswertung sämtlicher Abläufe vorgenommen werden. Aber mein erster Eindruck ist, dass alle Beteiligten für ein derartiges Szenario gut aufgestellt sind.“

Vor Ort war auch Flughafengeschäftsführer Lars Ernst. Er dankte allen für ihren Einsatz bei dem doch sehr ungemütlichen Wetter. Das sei keine Selbstverständlichkeit.

Rubriklistenbild: © Temme

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