Seit zehn Jahren keine Wasserspiele

Grottenkanal im Schlosspark Wilhelmsthal wird saniert: Wasser sprudelt erst 2024

Totalabriss: Der 1967 eingeweihte marode Grottenkanal in Wilhelmsthal wird durch eine denkmalgerechte Rekonstruktion des Baus aus der Zeit um 1750 ersetzt.
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Totalabriss: Der 1967 eingeweihte marode Grottenkanal in Wilhelmsthal wird durch eine denkmalgerechte Rekonstruktion des Baus aus der Zeit um 1750 ersetzt.

Der Park von Schloss Wilhelmsthal bei Calden gleicht an seiner Südflanke seit wenigen Tagen einer Großbaustelle.

Calden - Nach umfangreicher Restaurierung der historischen Grotte, einem anerkannten Rokoko-Prunkstück, konzentrieren sich die Wiederherstellungsarbeiten jetzt in einer nächsten Bauphase auf den vorgelagerten Grottenkanal.

Das Bauwerk und die dazugehörige Wassertechnik waren so marode, dass seit rund zehn Jahren keine Wasserspiele mehr präsentiert werden konnten. Nun wird der Kanal abgerissen und in den kommenden Monaten umgestaltet. Als gartendenkmalpflegerisches Leitbild dient seine Gestaltung um das Jahr 1750, kündigt die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) an.

Der Kanal war ursprünglich Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt worden, wurde aber bereits 1794 wieder verfüllt. Eine Frage des Zeitgeistes: Der zunächst mit drei Achsen in Symmetrie angelegte Park wurde in einen englischen Landschaftsgarten überformt, die Achse mit der Wasserkunst hatte aus damaliger Sicht an Bedeutung verloren. 1967 dann die Rückbesinnung. Der Kanal wurde rekonstruiert - auf nichtoriginalem, zu hohem Bodenniveau und mit einer Sohle aus Beton. Eine Sanierung erwies sich in diesem Jahrhundert als immer dringlicher.

Neun Millionen Euro Kosten

Nach Auskunft der MHK setzen die eigene Liegenschaftsverwaltung und der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen als ausführender Dienstleister nicht nur auf die Behebung von Schäden an der Parkarchitektur, die sich im Laufe der Zeit eingestellt haben. Gleichzeitig soll die Chance genutzt werden, die Architektur nachträglich schädigende und verfälschende frühere Sanierungsmaßnahmen zu korrigieren. Die umfassenden Arbeiten im Schlosspark laufen bereits seit 2015. Den Abschluss der denkmalgerechten Kanalwiederherstellung strebt die MHK für Ende 2023 an. Die Wilhelmsthaler Wasserspiele könnten dann zum Saisonstart im April 2024 nach langer Pause erstmals wieder sprudeln.

Fast neun Millionen Euro sind veranschlagt für den Grottenkanal sowie weitere Vorhaben im Verlauf der Wasserachse: Ab 2023 sollen sich die Instandsetzung des Ententeichs und der Kaskaden, der Bau von zwei Brücken über den Flutgraben hinter der östlichen Parkmauer und die Wiederherstellung eines Tors am östlichen Ende der Südachse anschließen. (Dorina Binienda-Beer)

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