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Gemeinde unterstützt: Fotovoltaik-Anlagen werden in einem Neubaugebiet zur Pflicht

Ein Arbeiter installiert eine Solaranlage auf dem Dach eines Hauses
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Solarmodule auf dem Dach: ein Arbeiter installiert eine Solaranlage. In der Gemeinde Calden sollen alle Häuser in einem neuen Baugebiet damit ausgestattet werden.

Im Ortsteil Fürstenwald der Gemeinde Calden sollen 30 neue Baugrundstücke entstehen. Die künftig dort errichteten Häuser müssen alle mit einer eine Fotovoltaik-Anlage ausgestattet werden.

Calden – Für die Bauherren gibt es im Gegenzug Unterstützung von der Gemeinde, die damit den Klima- und Umweltschutz fördern will. Das Parlament hat dafür nun den Weg frei gemacht.

Das Projekt

Es geht um das Gebiet „Vor dem Dorfe“ im Caldener Ortsteil Fürstenwald. Dort sollen insgesamt rund 30 Grundstücke in der Größenordnung von jeweils rund 700 Quadratmetern ausgewiesen, erschlossen und potenziellen Hausbauern zum Kauf angeboten werden. Seit zwei Jahren unternehme die Gemeinde eine Offensive im Bereich Bauen, sagte Bürgermeister Maik Mackewitz. Das Areal in Fürstenwald sei dabei ein größeres Projekt.

Die Verpflichtung

Wer ein Grundstück dort kaufen und bauen will, muss sich verpflichten, eine Fotovoltaik-Anlage auf seinem Haus zu installieren. Das ist als Teil einer nachhaltigen Bauleitplanung vorgesehen. Dafür muss der Käufer zunächst einen „Städtebaulichen Vertrag für klima- und umweltschonendes Bauen“ mit der Gemeinde abschließen. Darin verpflichtet sich der Bauherr, eine Fotovoltaik-Anlage mit einer Leistung von mindestens vier Kilowatt Peak (kWp) auf der Dachfläche des Hauptgebäudes auf seine Kosten zu errichten. Wenn dieser Vertrag abgeschlossen ist, erfolgt der eigentliche Kauf des Grundstückes über den Partner der Gemeinde für dieses Baulandprojekt, die Raiffeisenbank Hessen Nord.

Die Gegenleistung

Für den Bau der Fotovoltaik-Anlage hat der Bauherr Anspruch auf einen dafür zweckgebundenen zinslosen Kredit in Höhe von maximal 5000 Euro. Er kann über den Zeitraum von zehn Jahren in monatlichen Raten getilgt werden. Darüber hinaus will die Gemeinde den Hausbauern Informationen über die Nutzung von Solarenergie sowie eine Liste von Energieberatungsagenturen und von Fachbetrieben für die Ausführung zur Verfügung stellen. Der Einbau der Anlage soll dann von der Gemeinde kontrolliert werden. Es droht eine Vertragsstrafe, wenn der Bauherr seiner Verpflichtung nicht nachkommt.

Die Abstimmung

Die Gemeindevertreter haben in ihrer Sitzung am Donnerstagabend in der weitläufigen Mehrzweckhalle einstimmig grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Für die CDU hakte Peter Pavel nach, ob sich die 5000 Euro zinsloses Darlehen nur auf dieses Baugebiet beziehen würden. Wenn dies dort der Fall sei, müsste dies seiner Meinung nach in allen Baugebieten so sein. Bis jetzt gelte das für dieses Baugebiet, es sei ein neues Projekt, erklärte Bürgermeister Maik Mackewitz. Aber es seien schon mögliche Erweiterungen im Gespräch, in der nächsten Sitzungsrunde des Parlaments werde man darüber diskutieren.

Der Ablauf

Als Win-Win-Situation bezeichnete Martin Thöne vom Vorstand der Raiffeisenbank Hessen Nord das Vorhaben gegenüber den Gemeindevertretern. Das Projekt in Fürstenwald sei das erste dieser Art, das man auf den Weg gebracht habe. Es gebe mittlerweile schon Gespräche mitanderen Kommunen über ähnliche Pläne. Nach der Zustimmung des Parlaments wolle man nun zügig mit der Vermessung der Bauplätze und der gezielten Vermarktung beginnen. Es gebe schon jetzt einige Interessenten für die Grundstücke, aber natürlich noch freie Plätze. Baubeginn für die ersten Häuser könne nächstes Jahr sein. (Matthias Müller)

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