Viele Fans erleben berühmten „Teppichklopfer“ am Airport in Calden

Heli-Legende auf Abschiedstour

Eine Mischung aus Begeisterung, aber auch Wehmut lag am Dienstagmittag in Luft, als die „Huey“ eine Stippvisite am Kasseler Airport einlegte.

Calden - Mehr als 50 Fans des Hubschraubers Bell UH-1D – der auch als „Teppichklopfer“ bekannt ist - waren zum Kassel Airport in Calden gekommen, um den Mehrzweckhelikopter ein letztes Mal auf seiner Abschiedstournee zu erleben. Dieser wird von Ende Juni an nur noch im Museum in Bückeburg zu bewundern sein.

„Einerseits ist es ein beeindruckendes Erlebnis, andererseits auch eine traurige Angelegenheit, wenn so eine Legende nun in den Ruhestand geht“, sagte Andreas Hechmann, der aus Siegen nach Calden gekommen war. Fasziniert sei er vor allem vom besonderen Sound des Zweiblattrotors, den man schon aus fünf Kilometer Entfernung hören könne und der dem Modell ja den Spitznamen „Teppichklopfer“ eingebracht habe.

Abschiedstour: Drei Wochen vor der Außerdienststellung landete die Bell mit der Kennung 73#08 mit einer Abschiedsbemalung vor vielen Schaulustigen in Calden. So kommt sie auch ins Hubschraubermuseum Bückeburg..

Stundenlang könnte der 59-Jährige von „der Bell“, wie er den Helikopter auch nennt, schwärmen. So berichtet er etwa einer Szene im Film „Apocalypse Now“, wo zur Wagners Walkürenritt, die Hubschrauber zu sehen seien. „Die Huye ist einfach berühmt – sie ist in der weltweiten Helikopterszene sowas wie der VW für Deutschland.“

Auch Spotter Moritz Klöckner aus Warstein war sehr angetan von dem Besuch des besonderen Fliegers: „Durch die Erzählungen meines Vaters begleitet mich dieser Helikopter schon fast mein ganzes Leben“, berichtet der 22-Jährige, was er hier heute erlebt habe, sei schon ganz großes Kino für ihn gewesen. Das lag unter anderem auch daran, dass die Flughafenverwaltung sich schließlich dazu entschieden hatte, die vielen Zaungäste doch kurz aufs Rollfeld zu lassen. Das sei schon sehr entgegenkommend gewesen und für sie eine tolle Sache, ergänzte er.

Goodbye Tour: Oberstleutnant Bodo Schinkel und Oberst Peter Göhringer flogen die Bell nach Kassel.

Wie fast alle ist auch Klöckner vom eigentümlichen Geräusch des Hubschraubers, aber auch von seiner Technik und dem klassischen Design sehr gebannt. „ Hier ist noch nicht so viel Elektronik verbaut und auch bei der Gestaltung hat man nicht so sehr wie heute auf Effizienz geachtet.“ Zum siebten Mal sah Eric Reymann sich die Huye auf ihrer Abschiedstour an. „3200 Kilometer bin ich ihr hinterhergereist“, erzählt der Leipziger, der wie die anderen auch, vieles über den Klassiker berichten kann. Für ihn sei sie sowas wie ein Chevrolet für die Autowelt, eine amerikanische Legende eben.

Fans in Aktion: 60 am Vorfeld und weitere an Zaun und Infopoint verfolgten Landung und Start.

Aus vielen Gegenden Deutschlands waren die Fans des besonderen Hubschraubers gekommen, wobei einer sogar aus Belgien angereist war. Da wurden fleißig Fotos geschossen, der geliebte Teppichklopfer aus allen möglichen Perspektiven eingefangen. „Wie es aussieht, war das tatsächlich ihr letzter Flug – es sei denn, man veranstaltet noch spontan einen Termin, aber angekündigt ist keiner“, erklärte Reymann. Viel Applaus bekam der Flieger übrigens auch für die Sonderlackierung, die extra für die Good-Bye-Tour angefertigt wurde. (Tanja Temme)

Rubriklistenbild: © Thomas Thiele

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