Gewerbegebiet am Flughafen

Wie ein Ufo auf dem Flugplatz: Firma Helitec hat neue Hallen am Kassel Airport bezogen 

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Hier wird gewartet, eingebaut und repariert: die neuen Hallen der Firma Helitec im Gewerbegebiet am neuen Flughafen.

Calden. Ein bisschen sieht es aus, als wäre ein Ufo gelandet auf dem Flugplatz unterhalb des Caldener Terminals. Die Firma Helitec hat Hallen im Gewerbegebiet am Flughafen bezogen. 

Die beiden futuristisch anmutenden Hallen mit ihren großen Glasfronten wirken wie riesige Augen, die das Geschehen am Flughafen im Blick behalten. Gebaut hat sie das Unternehmen Helitec, das hier in der vergangenen Woche eingezogen ist.

„Wir sind einfach nur überglücklich und natürlich stolz“, sagt Wilbert Schmitz. Damit meint der Geschäftsführer der Firma aber nicht nur das neue moderne Gebäude, sondern auch das Ende einer langen Phase der Unsicherheit. Bereits im Jahr 2000 entstanden erste Ideen und Planungen, wie sich Helitec, 1988 mit Sitz am alten Flugplatz gegründet, vergrößern und modernisieren könnte. 

Hell und geräumig: In einer Halle finden mindestens drei Hubschrauber parallel Platz.

Weil lange aber nicht sicher war, wie sich die Gewerbeflächen am neuen Flughafen entwickeln würden, wurden die Planungen zur Hängepartie. „In der alten Halle haben wir daher seit geraumer Zeit gar nicht mehr richtig investiert, weil wir nie wussten, wie lange wir noch bleiben“, sagt Schmitz. Das hat Helitec dafür jetzt: Fast fünf Millionen Euro hat der Bau der neuen Firmenzentrale gekostet.

Ein anderes Problem der Vergangenheit: Am alten Standort benötigte Helitec jährlich eine Sondergenehmigung für den Betrieb. „Ein ständiges Risiko, weil die auch leicht zu entziehen war“, sagt Schmitz. Erst 2014 nahmen die Planungen konkrete Konturen an. Ein Umsiedlungsvertrag mit der Flughafen GmbH Kassel sicherte Helitec eine mindestens gleichgroße Fläche in dem neuen Gewerbegebiet zu.

Seine Firma hat für den Neubau fast fünf Millionen Euro investiert: Helitec-Geschäftsführer Wilbert Schmitz.

Dort arbeiten die 18 Angestellten jetzt in großen, hellen Räumen und den zwei riesigen Hallen – im Inneren in Rohbauoptik. Holzbalken und raue Betonwände geben dem Firmensitz ein modernes Flair, in dem Schlichtheit auf Praktikabilität trifft. Was schön aussieht, muss allerdings auch genau so abgesegnet werden. Sowohl die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA als auch das Luftfahrtbundesamt mussten die Planungen zulassen.

In der Halle für Wartungen und Reparaturen herrscht kurz nach dem Umzug geschäftiges Treiben. Drei Hubschrauber stehen dort bereit. Jährlich sind es über 80, dazu 70 Flugzeuge – von Kunden auch aus dem Ausland. 

Wo sonst schon mal Hubschrauber aus Aserbaidschan und der Ukraine stehen, wird momentan unter anderem ein 13 Millionen Euro teures Luxusmodell bearbeitet, das einem belgischen Privatmann gehört und rollstuhlfahrerfreundlich umgebaut wurde.

Deutlich aufwendiger als ein Automotor: Andreas Olschewski, Auszubildender für Fluggerätemechanik, bei der Arbeit.

Eine Wartung kann zwischen anderthalb Tagen bis hin zu mehreren Wochen dauern, je nach Modell, Alter und Zahl der Flugstunden, berichtet Andreas Olschewski, der bei Helitec eine Ausbildung zum Fluggerätemechaniker macht. 

Nach genauen Vorgaben der Hersteller arbeiten er und seine Kollegen Checkpunkte ab und tragen jeden Arbeitsschritt in eine zum Fluggerät gehörende Akte ein, bevor die Hubschrauber die neue Halle wieder gen Himmel verlassen.

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