Veranstaltung für Zughunde

Canicross in Calden: Herrchen und Frauchen an der Leine

Hundesportlerin Leni mit dem zwölfjährigen Husky Lasko auf der Strecke in Calden.
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Sport mit Hund: Leni (links) war eines von fünf Kindern, die in Calden antraten. Sie war mit dem zwölfjährigen Husky Lasko auf der Strecke.

Genau das, was die meisten Hundebesitzer nicht mögen, nämlich wenn das Tier an der Leine zieht, ist beim Canicross gefragt.

Calden - Diese Sportart, bei der Zwei- und Vierbeiner gemeinsam antreten, der Hund seinen menschlichen Partner beim Laufen, am Rad oder Roller durchs Gelände zieht, fand nun erstmals im Kreisteil Hofgeismar statt. 100 Teilnehmer und mindestens doppelt so viele Trailhounds – Huskies, Terrier und Mischlinge – waren beim Wettkampf am Caldener Lindenrondell dabei.

„In Frankreich, Belgien und Holland ist Canicross sehr bekannt. Bei uns hingegen kennt kaum jemand diesen Sport“, erklärte Veranstalterin Ute Fröse. Da Kassel in der Mitte Deutschlands liegt, sie selbst dem Sport nachgehe, habe sie sich dazu entschieden, im Caldener Wald den Geländelauf am Wochenende auszurichten.

Dafür musste die Fuldatalerin das Einverständnis vom zuständigen Ordnungsamt einholen: „Bis 150 Teilnehmer durfte die Veranstaltung stattfinden“, sagte Christine Rüddenklau vom Ordnungsamt. Dass die Veranstalter auf Werbung und somit auf Publikum verzichtet hätten, begrüßte sie. Denn mit vielen Besuchern „ wäre es nicht so klar gewesen, ob wir die Veranstaltung genehmigt hätten“. Rüddenklau verschaffte sich auch vor Ort einen Überblick. Und lobte das erste Herkules-Canicross-Rennen: „Vom Essensverkauf bis zur Entsorgung der Hinterlassenschaften der Hunde: Es gab nichts zu beanstanden.“

Anerkennung für ihre erste Zughunde-Veranstaltung bekam Fröse von vielen Teilnehmern, die aus ganz Deutschland angereist waren: „Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, genau so, wie wir uns das wünschen“, sagte Heiko Gumpert aus Worms, der mit vier Hunden angereist war. Viele absolvierten mehrere Disziplinen: Laufen oder mit Rad oder Roller ziehen lassen. Gumpert ist mit dem Fahrrad unterwegs: „Wenn meine Hunde gut drauf sind, schaffen sie zwischen 30 und 40 Stundenkilometer“, sagt er.

Bis auf extrem kleine Hunde konnte man im Wald bei Schloss Wilhelmsthal die verschiedensten Rassen sehen. Viele Teilnehmer waren mit Trailhounds zum Wettstreit gekommen. „Jeder Hund, dem das Ziehen Freude bereitet, kann mitmachen“, sagt Fröse. Wenn der Hund ausgewachsen und einigermaßen gut erzogen sei, stehe dem Canicross nichts im Weg. Da die Hunde viel leisten müssen, sich enorm anstrengen, finden Veranstaltungen im Zughundesport nur zwischen Herbst und Frühjahr statt. Im Sommer sei es der Temperaturen wegen nicht möglich.

Auch beim Geschirr, das die Tiere tragen, wird Wert auf korrekte Anpassung gelegt, damit nichts abschnüren kann. Die Mensch-Tier-Teams verbindet eine elastische Leine, die am Rad, Roller oder am Menschen selbst befestigt ist. „Für alle, die sich gerne bewegen und Hunde lieben, ist das der perfekte Sport“, meinte Sandra Babbel, die im Ziel mithalf. Die Teilnehmer konnten zwischen dem 4,6 Kilometer und 2,7 Kilometer langen Parcours wählen.

Für Kinder, von denen fünf mitmachten, war eine 1000 Meter lange Piste vorbereitet worden. Fast alle Sportler waren mit Wohnmobilen oder Wohnwagen angereist, die sie am Lindenrondell abgestellt hatten. Da alles glatt lief, haben die Hundefreunde gute Chancen, auch im nächsten Jahr im Caldener Wald wieder ihrem Sport nachgehen zu dürfen. (Tanja Temme)

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