Vom 25. bis 27. August

Das historische Flugplatzrennen kehrt zurück auf die alte Rennstrecke

Flugplatzrennen im Juli 1978: Der österreichische Formel-1-Pilot Harald Ertl (rechts) macht den Porsche 908/3 des Willi-Kauhsen-Teams für Proberunden auf dem Platz in Calden startklar. 

Kassel / Calden. Zurück zu den Wurzeln, zurück auf die alte Rennstrecke: Das historisches Flugplatzrennen Kassel-Calden vom 25. bis 27. August 2017 wird auf dem alten Flughafen ausgetragen.

Im vergangenen Jahr waren die in der Zeit von 1971 bis 1987 ausgetragenen Flugplatzrennen wiederbelebt worden. Die Oldtimerveranstaltung mit Autos, Motorrädern und Fliegern hatte der Motorsport-Club (MSC) Emstal in Zusammenarbeit mit der Veranstaltergemeinschaft Automobiles Kulturgut Nordhessen organisiert. Die Idee für das Technikfestival „Wheels meet wings“ (Räder treffen Flügel) ergab sich durch das im Jahr 2005 wiederbelebte Herkules Bergrennen und die Ausstellung über die schlafenden Automobile der Collection Schlumpf im Jahr 2013, sagt Heinz W. Jordan. Zusammen mit Dr. Dietrich Krahn sind beide die treibenden Organisatoren der bei vielen tausend Zuschauern beliebten Oldtimer-Veranstaltungen in der Region.

Schon im Vorjahr waren die Planungen anfangs auf den alten Flughafen ausgerichtet gewesen, um auf der originalen Strecke zu fahren. Durch die neue Nutzung des alten Areals für Flüchtlingsunterkünfte habe man dann aber auf den neuen Airport umgeplant, erklärt Jordan.

Die alte Rennstrecke wurde als Parkplatz für die Fahrzeuge der Besucher genutzt, die von dort mit Bussen zum Veranstaltungsort auf dem Vorfeld des Privatfliegerbereichs nahe der neuen Niederlassung der Firma Piper gebracht wurden.

Jetzt wollen die Organisatoren die ursprüngliche Idee in die Tat umsetzen und das Rennen auf dem alten Flugplatz starten. Der Rundkurs auf der alten, 35 Meter breiten Startbahn und dem 17 Meter breiten Taxiway hat eine Gesamtlänge von 2,6 Kilometern. An den beiden Engpassagen sei eine Geschwindigkeitsbeschränkung erforderlich, erklärt Jordan. Es werde Samstag und Sonntag auch Demoläufe mit einer Richtgeschwindigkeit etwa 50 km/h geben.

Jordan rechnet mit 100 teilnehmenden Autos und zudem 100 Motorrädern. Das Startgeld beträgt 150 Euro für ein Auto und 75 Euro für ein Motorrad.

Mehrere tausend Besucher werden an der Strecke erwartet. Die Veranstalter wollen insgesamt 2100 Parkplätze schaffen.

Gäste, die im Oldtimer bis Baujahr 1985 und stilgerechter Kleidung anrollen, können auf einem ausgewiesenen Sonderparkplatz direkt an der Strecke parken. Der Eintritt kostet am Samstag und Sonntag jeweils acht Euro pro Person. Wer im Oldtimer anrollt, zahlt nur fünf Euro pro Person. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt auf das Gelände.

Programm

Nach dem Eintreffen der Teilnehmer gibt es am Freitag, 25. August, ein freies Training bis 19 Uhr. Ab 18.30 Uhr beginnt auf dem alten Flugplatzgelände das Vorglühen bei Bratwurst und Bier, ab 19 Uhr gibt es Live-Musik. 

Am Samstag, 26. August, beginnt um 8.30 Uhr die Fahrerbesprechung und um 9 Uhr das freie Training. Der Start für die ersten Wettfahrten ist um 10 Uhr vorgesehen. Um 18.30 Uhr beginnt die Abendveranstaltung mit Heißluftballon-Glühen und Live-Musik bis gegen Mitternacht. 

Am Sonntag, 27. August gibt es ab 9 Uhr ein freies Training, um 10 Uhr fahren die ersten Fahrzeuge an den Start. Um 16.30 Uhr ist die Siegerehrung geplant, ab 17 Uhr werden die Teilnehmer abreisen und die Rennstrecke wird wieder abgebaut. Samstag und Sonntag gibt es zudem Sondervorführungen, Speisen und Getränke vom Team der Konzertscheune Calden-Ehrsten, eine Gulaschkanone und die Möglichkeit zum Picknick.

Ab 1971 wurden Rennen gefahren

Die Geschichte der Flugplatzrennen in Calden beginnt im August 1971 mit dem Internationalen ADAC Hessenpreis mit Rennen zur Deutschen Rundstreckenmeisterschaft für Automobile, Rennen für Fahrzeuge der Formel 3 und Formel V, Sportwagen und Prototypen, dazu noch Läufe für die Deutsche Straßenmeisterschaft für Motorräder. Gefahren wurde auf der Start- und Landebahn des im Juli 1970 eröffneten Flughafens.

Berühmte Fahrer gingen in Calden an den Start, darunter Jochen Mass, Klaus Ludwig, Hans-Joachim Stuck, Hans Heyer, Hellmut Kelleners und Willi Kauhsen. Unter den internationalen Fahrern waren Nelson Piquet, Vittorio Brambilla, Henri Pescarolo, Bob Wollek, Toine Hezemans, Tim Schenken, Herbert Müller und Karl Wendlinger. Unter den Motorradfahrern stachen Toni Mang, Dieter Braun, Martin Wimmer und Rolf Steinhausen hervor.

Bis 1987 wurden regelmäßig Rennveranstaltungen auf dem Flugplatzkurs veranstaltet, neben Tourenwagen und Formelfahrzeugen gingen auch Porsche 917 und McLaren M 20 mit Leistungen jenseits der 800 PS auf die 2,65 km lange Strecke. Für Motorräder gab es ab 1977 eigene Rennen.

1987 kam das Aus für die beliebten Flugplatzrennen, weil zur Ausweitung des Flugbetriebs in Calden ein Instrumenten-Landesystem installiert wurde.

Die letzte Motorsportveranstaltung fand als Nachtprolog 1997 bei einer ADAC Nordhessen Rallye statt.

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