Ab heute buchbar

Hohe Nachfrage: Weitere Impftermine für Jugendliche im Impfzentrum Calden

Kinderarzt Heiko Backes berät Andrea Finke und ihre 15-jährige Tochter Jolina aus Wolfhagen ausführlich vor der Impfung.
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Kinderarzt Heiko Backes berät Andrea Finke und ihre 15-jährige Tochter Jolina aus Wolfhagen ausführlich vor der Impfung.

Die Nachfrage nach Beratungs- und Corona-Impfterminen für Kinder und Jugendliche im Kreisimpfzentrum in Calden ist offenbar hoch. Nun gibt es ein weiteres Zusatzangebot.

Kreis Kassel - Am Dienstagnachmittag (13.07.2021) erst hatte der Landkreis darüber informiert, dass insgesamt 100 solcher Termine an diesem Wochenende angeboten werden – am Mittwochmorgen hieß es auf der Internetseite des Landkreises bereits: alle ausgebucht.

Angesichts dieser Nachfrage hat der Landkreis bereits neue Termine organisiert, teilte der stellvertretende Kreissprecher Andreas Bernhard am Mittwoch auf HNA-Anfrage mit. Diese sind nun für das übernächste Wochenende am 24. und 25. Juli angesetzt. Dabei habe man das Kontingent noch einmal deutlich aufgestockt, sagte Bernhard. An beiden Tagen sollen jeweils 100 Termine zur Verfügung stehen. Buchbar sind sie ab dem heutigen 15. Juli (Freischaltung im Laufe des Morgens) über das Internetportal landkreiskassel.de/sonderimpftermin. Die Zweitimpftermine folgen sechs Wochen später und können nicht verschoben werden. Die Beratung ist für die Altersgruppe von 12 bis einschließlich 15 Jahren sowie deren Eltern gedacht. Falls noch weiter Bedarf sei, werde der Kreis in Zukunft noch weitere Kinder-Impftermine anbieten, so Bernhard.

Ab 16 Jahren können sich Jugendliche regulär beim Land Hessen unter der Hotline 0611/ 505 92 888 oder im Internet unter impfterminservice.hessen.de für eine Impfung anmelden.

Corona-Impfzentrum im Kreis Kassel: Der Hintergrund

Während sich der Impfbetrieb für Erwachsene weitgehend eingependelt habe, blieben für Kinder und Jugendliche in Hessen sowie deren Eltern derzeit noch viele Fragen offen, heißt es vom Kreis. Das sei der Hintergrund dafür, als Pilotprojekt im Impfzentrum in Calden eine freiwillige Impfung mit vorheriger Beratung durch Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin anzubieten. Start war am vergangenen Samstag (HNA berichtete): „Die ersten 40 Termine waren sehr schnell vergeben, das Interesse im Landkreis ist groß“, sagt Dr. Peter Stahl, der Ärztliche Leiter des Impfzentrums. Bestätigt wird er durch die hohe Nachfrage und die schnelle Buchung aller Termine für die zweite Runde am bevorstehenden Wochenende.

Corona-Impfzentrum im Kreis Kassel: Die Nutzer

Zu den ersten Nutzern, die dieses Angebot wahrnehmen und Kinderarzt Heiko Backes gegenübersaßen, gehörten nach Angaben des Landkreises Andrea Finke und ihre 15-jährige Tochter Jolina aus Wolfhagen. „Wir hätten zum Hausarzt gehen können“, berichtete Andrea Finke demnach, „haben uns aber wegen der fachlichen Beratung für das Angebot im Impfzentrum entschieden.“ Heiko Backes erklärte: „Vor einer Impfung muss immer eine ausführliche Erhebung der Anamnese, also der gesundheitlichen Situation der Jugendlichen und die Beurteilung des möglichen Risikoprofils stehen.“ Auch die persönliche Einstellung zur Impfung sei von Bedeutung. Und letztendlich müsse natürlich auch der jeweilige Erziehungsberechtigte zustimmen.

Nach rund 15 Minuten Gespräch war es soweit: Jolena bekam ihre Erstimpfung. Die 15-Jährige wirkte laut Landkreis erleichtert. „Ich habe mich schon im Vorfeld informiert und fühle mich so einfach sicherer“, sagte sie.

Ähnlich sei es auch Annika van Kammen aus Baunatal in der Kabine daneben gegangen. Die 14-Jährige war mit ihrem Vater zum Impfzentrum gekommen. „Die Monate des Homeschoolings waren echt anstrengend“, sagte sie. Nun wolle sie mit ihrer Impfung dazu beitragen, dass alle weiterhin in die Schule gehen können. „Wir haben Vertrauen in die Impfung, wollen aber trotzdem gerne beraten werden“, beschrieb Vater Hermen van Kammen seine Sicht, bevor auch seine Tochter geimpft wird.

Corona-Impfzentrum in Kassl: Der Schutz

„Die beiden Familien sind durchaus typisch“, erklärte Kinderarzt Heiko Backes, dessen eigene Tochter 14 Jahre alt ist. „Die Kinder und Jugendlichen sehnen sich nach Normalität, nach persönlichen Kontakten mit Gleichaltrigen und selbst nach dem Schulalltag.“ Und dazu gehöre natürlich ein größtmöglicher Schutz. Auch wenn die Covid-Infektion bei Kindern selten schwer verlaufe, so könne „Long-Covid“ doch zu erheblichen gesundheitliche Einschränkungen führen, mahnte der Kinderarzt, der gemeinsam mit Dr. Sebastian Rohde eine Kinderarztpraxis in Hofgeismar betreibt. „Zumal die derzeitigen Virusvarianten besonders ansteckend sind.“ (Matthias Müller)

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