„Es geht um den Standort“

IG Metall mit Aktion für Luftfahrtfirmen in Calden

Menschengruppe mit roten Mützen und Hüten. Zwei Personen halten in der Bildmitte ein weißes IG-Metall-Nordhessen-Banner mit der Aufschrift „Zukunft & Sicherheit Aktive bei Airbus“.
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Mit Mundschutz: Teilnehmer der Aktion der IG Metall am 24. Juni am alten Flugplatz in Calden. Sie gingen für die dortigen Standorte der ZF Luftfahrttechnik und der Airbus Helicopters Deutschland auf die Straße.

Rund 150 Mitarbeiter der ZF Luftfahrttechnik GmbH und einige Dutzend der Airbus Helicopters Deutschland GmbH in Calden waren am 24. Juni auf der Straße. Ihnen ging es um die Zukunft ihrer Arbeitplätze.

„Das ist heute eure Straße“, ruft Andreas Köppe ins Mikrofon. Als Antwort schallt dem Gewerkschaftssekretär Applaus entgegen. Die Mitarbeiter sind am Mittwoch dem Aufruf der IG Metall zu einer „aktiven Mittagspause“ gefolgt. Hier die Details im Überblick:

IG Metall in Calden: ZF Luftfahrttechnik

400 Mitarbeiter zählt die ZF Luftfahrttechnik GmbH in Calden. Am Standort werden Getriebe, Ersatzteile und Komponenten für Hubschrauber gebaut und gewartet. Für die Bundeswehr betreut ZF auch Komponenten von Militärhubschraubern. Im April hatte der Mutterkonzern, die ZF Friedrichshafen AG, gegenüber unserer Zeitung bestätigt, dass nach Interessenten für Calden gesucht werde.

„Es geht um die Zukunft des Standorts“, formulierte IG-Metaller Andreas Köppe am Mittwoch. „Wird der neue Eigentümer, wie er auch heißen mag, alles übernehmen?“ Sprich: Auch alle Arbeitnehmer zu den bisher gültigen Bedingungen? „Wir wollen einen Überleitungstarifvertrag“, erklärte Köppe, „und wir gehen breitschultrig in die Verhandlungen.“

IG Metall in Calden: Gespräche mit der Arbeitgeberseite

Es stünden in der nächsten Woche Gespräche mit der Arbeitgeberseite an, ergänzte Betriebsratschef Michael Brömsen. „Wir wollen den Vertrag so gut wie möglich für euch durchbekommen“, rief er seinen Kollegen zu, die auch durch einige Mitarbeiter von Bombardier und Daimler aus Kassel bei ihrer Aktion unterstützt wurden.

Der Prozess eines möglichen Verkaufs werde weiter ergebnisoffen geführt, erklärte ein Unternehmenssprecher des ZF-Konzerns in Friedrichshafen dazu am Mittwoch auf Anfrage. Dies verzögere sich durch die Coronasituation, in der sich die ganze Weltwirtschaft neu sortiere. Wie lange sich dies hinziehe, sei nicht abzuschätzen.

IG Metall in Calden: Verkauf noch nicht sicher

Es sei grundsätzlich noch nicht sicher, ob es zu einem Verkauf komme, so der Sprecher weiter. Es gebe für das Unternehmen ja keinen Druck für einen Verkauf, es sei eine rein strategische Überlegung. „Wenn es passt, dann ja. Wenn nicht, bleibt die Luftfahrttechnik im ZF-Konzern.“

Falls ein Verkauf zustande komme, würde dieser als Share Deal erfolgen, ergänzte der Sprecher. Das heißt, ein neuer Eigner würde alle Anteile an der ZF Luftfahrttechnik GmbH übernehmen – und auch alle Rechte und Pflichten, Verträge mit Kunden sowie alle arbeitsrechtlichen Vereinbarungen wie Tarifbindungen. „Daher wäre ein Überleitungsvertrag eigentlich obsolet“, hieß es aus dem Unternehmen weiter.

Im Mai hatte der ZF-Mutterkonzern laut Medienberichten per E-Mail die Belegschaft informiert, bis 2025 zwischen 12 000 und 15 000 Stellen weltweit streichen zu wollen. Derzeit hat der Konzern 150 000 Mitarbeiter an 230 Standorten, davon rund 51 000 in Deutschland.

IG Metall in Calden: Airbus Helicopters

Am Standort der Airbus Deutschland Helicopters GmbH in Calden sind nach Gewerkschaftsangaben rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Für diese sind die Informationen noch recht frisch, die gestern auf der Aktionskundgebung verkündet wurden. Demnach gibt es Überlegungen, Teile des Geschäftsfeldes der Helicopters GmbH wie Wartung und Reparatur mit dem der Motorflug Baden Baden GmbH, einer Airbus-Tochter, „unter ein Dach zu packen“ wie es Gewerkschaftssekretär Andreas Köppe formulierte. „Wir wissen allerdings noch nicht, was das für den Standort Calden bedeutet.“

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