Dritte Airportgaudi

Im Kassel Airport: Party mit den Pink-Metalern

Voll auf Pink eingestellt: Dennis Mack und Helmut Lübeck aus Immenhausen rockten sich durch den Abend.

Ob die Verantwortlichen ihren Terminal wohl auch für die mittlerweile dritte Airportgaudi hergegeben hätten, wenn sie im Vorfeld geahnt hätten, was die Stars des Abends von ihrem Flughafen halten?

„Den braucht wirklich keine Sau“, ulkte Vito C. von J.B.O. am Samstagabend über „eine der seltsamsten und gleichzeitig teuersten Hallen“, in denen sie jemals gespielt hätten. Dann fügt er unter tosendem Beifall seiner Anhänger hinzu: „Aber wenigstens ist sie fertig geworden.“

Auf Krawall gebürstet? Nein. So sind sie halt, die Erlanger Spaßmacher. Und deshalb bekommt nicht nur der Kassel Airport sein Fett weg, sondern auch Onkel und Mac, das Gaudi-erprobte DJ-Duo, das auch diesmal die Betriebstemperatur mit satten Rockklängen wieder über das gewohnte Maß hinaus angeheizt hat. Vito C. sieht das anders: „Ich kann verstehen, dass ihr erst jetzt aufwacht, das war ja vorher alles ein wenig – naja“.

Zum eigentlichen Schlag holten die Musiker dann aber musikalisch aus. Wirklich böse will in ihrer rosaroten Welt schließlich niemand sein, in der selbst hartgesottene Rocker in feinstem Barbiepink daherkommen und ihre Mähnen im zuckerwattefarbigen Scheinwerferlicht kreisen lassen. Mit „Alles nur geklaut“ starten die J.B.O.-Jungs in eine schweißtreibende Gaudi, die ihren Namen wirklich verdient hat. „I don’t like Metal, I love it“, „Bolle“, „Ällabätsch“ scheppert Hit auf Hit durch die riesigen Lautsprechertürme. Hunderte singen Zeilen wie „Kleine Kinder fliegen auf die Fresse. Die Braut, die sabbert in der Hochzeitsmesse, Rentner kentern mitten auf dem See, ‘ne Torte landet in ‘nem Dekolleté“ lautstark mit.

So auch die kleine Laura Schiewart aus Kassel, die mit ihren acht Jahren die jüngste Besucherin des Abends sein dürfte und tapfer in der ersten Reihe ausharrt. Gegen die wummernden Bässe, die bis in die Magengrube zu spüren sind, hat Mama Diana ihr fette Ohrenschützer aufgezogen. In Pink natürlich, wie nahezu alles an diesem Abend. Für die aufblasbaren Gitarren von Dennis Mack und Helmut Lübeck aus Immenhausen kommt ebenso wenig eine andere als die legendäre J.B.O.-Farbe in Frage wie für die Weste des extra aus Bayern angereisten Helmut Enthofer. Der hat sein Outfit kurzerhand mit derben Spruchaufnähern wie „Für was ein Sixpack, wenn du ein ganzes Fass haben kannst“ rockig aufpoliert.

So geht es munter durch 30 Jahre J.B.O., jener Band, die einst als „James Blast Orchester“ die Charts gestürmt hat. Von den Anwälten des legendären James Last wurde sie verdonnert, ein fettes „zensiert“ auf das Wörtchen „Last“ zu packen. Auch als J.B.O. lieferten die fränkischen „Pink-Metaler“, wie sie sich selbst nennen, fortan Hit auf Hit. Wie am Samstagabend in einer der seltsamsten und gleichzeitig teuersten Hallen, in denen sie je gespielt haben.

Airportgaudi am Caldener Flughafen

Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann
Airportgaudi am Caldener Flughafen
Airportgaudi am Caldener Flughafen © Sascha Hoffmann

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