Genießen im Silberglanz

Im Küchenflügel von Schloss Wilhelmsthal soll im Frühjahr ein Café eröffnen

Mit fantastischem Ausblick: Christoph Klein und Lena Pralle haben probeweise schon mal in einer der vielen Sitznischen Platz genommen, in denen ab Mai kommenden Jahres Kaffee- und Kuchengenuss möglich sein sollen.
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Mit fantastischem Ausblick: Christoph Klein und Lena Pralle haben probeweise schon mal in einer der vielen Sitznischen Platz genommen, in denen ab Mai kommenden Jahres Kaffee- und Kuchengenuss möglich sein sollen.

Der Küchenflügel von Schloss Wilhelmsthal könnte seine ursprüngliche Bedeutung in begrenztem Umfang zurückerhalten. In einem Trakt plant die MHK die Einrichtung eines Cafés.

Wilhelmsthal - Die beiden Räume der einstigen kleinen und großen Silberkammer im Erdgeschoss sollen ab Beginn der neuen Saison im Frühjahr 2022 gastronomisch bewirtschaftet werden. Aktuell wird nach einem Betreiber gesucht. Auf eine Ausschreibung, die noch bis Monatsende läuft, haben sich laut MHK bisher vier Interessenten gemeldet.

Prunkstück des Südflügels ist die Namen gebende historische Küche. Die Attraktion bei den Schlossführungen wird bei den Plänen allerdings außen vor bleiben. Die Einrichtung des Cafés ist am anderen Ende des Flügels im ehemaligen Kassenraum und einem dahinter gelegenen weiteren Raum beabsichtigt. Beide sind, abgesehen von der hier befristet bis September untergebrachten Sonderausstellung „WasserPracht“, seit Eröffnung des neuen Besucherzentrums im südlichen Wachthaus ungenutzt.

MHK: Zusatzwert für Besucher

Die MHK geht von einem Zusatzwert für die Besucher aus, wenn Ausflügler Gelegenheit erhalten, direkt im Schloss Kaffee und Kuchen oder gegebenenfalls auch einen Snack zu genießen, sagt Lena Pralle. Die Leiterin der Presseabteilung rechnet mit dem Start des Cafébetriebs zum 1. Mai. An anderen MHK-Standorten läuft das gastronomische Angebot nach Angaben der Liegenschaftsverwaltung gut.

Mitarbeiter Christoph Klein weist ausdrücklich darauf hin, dass bei Einrichtung des Cafés Rücksicht auf das Denkmal oberstes Gebot sein werde. Die Nutzung im Schloss erfordere Kompromisse. Klein: „Tiefgreifende bauliche Veränderungen kann und wird es nicht geben.“

Der Charakter des Rokoko-Ensembles, auch der des Innenhofes, müsse unangetastet bleiben. Die Folge: Der Zugang wird nur über die Sandsteinstufen des Küchenflügels möglich und damit Barrierefreiheit per Rampe ausgeschlossen sein. Bei freundlicher Witterung würde jedoch die geplante Außenbewirtschaftung an der südlichen Ecke des Mittelbaus, mit Blick auf den Teich, eine ebenerdige Erreichbarkeit erlauben. Die Planung sieht eine Bestuhlung für 48 Personen sowie Sonnenschirme vor.

Farbbefunde: Tafeln mit den bei Untersuchungen entdeckten historischen Tönen sollen im künftigen Café gezeigt werden. Hier präsentiert sie Marie Kefenbaum von MHK-Bauabteilung.

Im Schloss selbst soll es weitere gut 40 Sitzplätze geben. Dabei wird den bereits bestehenden Sitzbänken in den Fensternischen sowohl des Flurs als auch der beiden Räume, ergänzt durch Tischchen, eine besondere Bedeutung zukommen. An allen Stellen ergeben sich reizvolle Ausblicke auf den Ehrenhof oder den Schlosspark. Der hintere Raum, die sogenannte kleine Silberkammer, ist an drei Seiten von Fenstern eingefasst.

In Anspielung auf das frühere landgräfliche Silberdepot sollen eine Vitrine mit historischem Silber aus MHK-Beständen und ein opulenter Kronleuchter für feudalen Glanz sorgen, kündigt Marie Kefenbaum von der Bauabteilung an. Der größere Vor- und ehemalige Kassenraum gilt als große Silberkammer. Hier finden Theke, Kühlung und Küchentechnologie Platz. Die farbliche Gestaltung in eher hellen Tönen werde sich, so Kefenbaum, an den Ergebnissen einer Befunduntersuchung orientieren.

Zu den Betriebszeiten sagte Pralle, gewünscht sei eine Öffnung über die gesamte Saison vom 1. April bis 31. Oktober sowie während des Winterhalbjahrs mindestens während der Öffnungstage des Schlosses von Freitag bis Sonntag. (Dorina Binienda-Beer)

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