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Johanniter müssen Wache in Ehrsten an das DRK abgeben

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Von: Daria Neu

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Immer einsatzbereit: Die Rettungsdienste und Feuerwehren müssen hohen Belastungen standhalten und brauchen dafür ausreichend Personal.
Immer einsatzbereit: Die Rettungsdienste und Feuerwehren müssen hohen Belastungen standhalten und brauchen dafür ausreichend Personal. © dpa

Die Johanniter müssen die Rettungswache im Caldener Ortsteil Ehrsten am 1. September an das Deutsche Rote Kreuz übergeben. Das bestätigt Benjamin Krause, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Calden - Im Notfall zählt jede Sekunde – doch diese Hilfe kann das Team aufgrund von Personalnot nicht mehr gewährleisten.

„Das DRK wird den Rettungsdienst in Ehrsten erst einmal fortführen“, erklärt Krause. „Leider war es uns aufgrund lang anhaltender Personalknappheit – überwiegend krankheitsbedingt sowie aufgrund von Kündigungen – nicht mehr möglich, den Betrieb aufrecht zu erhalten.“ Man habe versucht, mit Werbung und zusätzlichen Anreizen für Mitarbeiter Lösungen zu finden, jedoch ohne Erfolg. „Daher war dieser Schritt folgerichtig“, sagt Krause. Das Wichtigste sei, dass die Versorgung der Bürger sichergestellt werde. Die Wache in Ehrsten gibt es seit 2018. Zwölf Mitarbeiter sind dort seinerzeit eingeteilt worden.

Sascha Stiebing, Pressesprecher der Stadt Kassel, erklärt die Zuständigkeiten im Rettungsdienstwesen. Der Träger des Rettungsdienstes für die Stadt und den Landkreis definiere den Umfang des Rettungsdienstes an den jeweiligen Standorten. Er trage die Verantwortung. Als Träger bediene man sich dabei unterschiedlichen Leistungserbringern – das sind zum Beispiel die Johanniter oder das Deutsche Rote Kreuz.

Stiebing bestätigt, dass die Arbeit der Johanniter für die Rettungswache Ehrsten zum 1. September „widerrufen“ werde. Weil der Rettungsdienst selbstverständlich auch in der Übergangszeit gewährleistet werden müsse, würden bis zum September bedarfsabhängig Rettungswagen zusätzlich in Dienst genommen und zeitweise in Calden positioniert. Der häufig beklagte Fachkräftemangel im Gesundheitswesen treffe insgesamt auch auf den Rettungsdienst zu, sagt Stiebing. Hinzu kämen aktuelle Ausfälle durch Krankheit oder Quarantäne.

Nach einer freiwilligen Entscheidung der Johanniter klingt diese Erklärung nicht. Krause antwortete auf die Frage, inwiefern das Ehrstener Team der Johanniter unzufrieden mit dieser ist: „Mit den Mitarbeitenden stehen wir bezüglich der herausfordernden Situation im Austausch.“ Hinsichtlich des geplanten Neubaus einer Rettungswache in Oberlistingen sagte er, man sei in Abstimmung mit dem Träger und bemühe sich weiter um Personal.

Veränderungen im Regionalvorstand

Im Regionalvorstand der Johanniter gab es laut Benjamin Krause bereits Anfang des Jahres eine Veränderung. Hans-Christoph Reese hat das Amt des ehrenamtlichen Regionalvorstandes übernommen. Er unterstütze in den Bereichen Ehrenamt, Johanniter-Jugend und bei der Zusammenarbeit mit dem Johanniterorden. Außerdem werde der Regionalvorstand um ein weiteres hauptamtliches Mitglied aufgestockt. Die Stelle soll ab dem 1. September besetzt werden. 

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