Landkreis bietet kurzfristig Termine an

Impfung für 2102 Wehrleute in Calden

Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht eine Spritze mit Impfstoff gegen das Coronavirus auf.
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Eine Spritze mit dem Impfstoff wird auf diesem Symbolbild aufgezogen. Das Bild entstand in der Universitätsklinik in Göttingen.

2102 freiwillige Feuerwehrleute im Landkreis erhalten an diesem und am nächsten Wochenende ihre erste Impfung gegen das Coronavirus.

Hofgeismar – Der Kreis hat den Wehrleuten diese Termine angeboten, sagte Sprecher Harald Kühlborn. An beiden Wochenenden ermögliche die geringe Nachfrage im Caldener Impfzentrum diese zusätzliche Impfungen.

Damit reagiert die Verwaltung auf Kritik aus den Reihen der Feuerwehr. Die Mitglieder hatten sich bis vor kurzem als „Retter ohne Schutz“ gefühlt. So hatte es der Landesfeuerwehrverband in einer Pressemitteilung kritisiert. Wolfgang Finis, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Hofgeismar, hatte gegenüber der HNA ebenfalls den fehlenden Impfschutz bemängelt. Die Mitglieder hätten schon überlegt, in Wiesbaden für eine schnellere Impfung zu demonstrieren, sagte der Mariendorfer.

Bei ihren Einsätzen seien die Feuerwehrleute bei direkten Körperkontakten einem hohen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Diese Kontakte gebe es nicht nur bei Unfällen. Auch bei Türöffnungen oder der Unterstützung des Rettungsdienstes gebe es Begegnungen mit anderen Menschen. Landesweit machten sie deutlich mehr als die Hälfte aller Einsätze aus. Außerdem erleichterten Impfungen die Rückkehr zum Übungsdienst.

Die Landesregierung wolle keine Termine für freiwillige Feuerwehren anbieten, erklärte Kühlborn. Deshalb habe jetzt der Kreis reagiert. Auch andere Landkreise impften die Mitglieder der Einsatzabteilungen. Dabei habe man im Kreis das Angebot ausgeweitet, sagte der Sprecher. Auch die Helfer in den Katastrophenschutz- und Unterstützungszügen der Wehren erhalten Impfangebote. Nach Kühlborns Angaben stehen die Impfstoffe von Biontech und Moderna zur Verfügung. Die Zweitimpfungen sollten bis Anfang Juli erfolgen.

Mit diesem Ergebnis seien die Wehren zufrieden, erklärte Wolfgang Finis. Der Druck des Verbandes habe zum Erfolg geführt. Berufsfeuerwehrleute wurden in Hessen bereits geimpft. Weil sie auch im Rettungsdienst arbeiten, gehören sie der Priorisierungsgruppe 1 an.

Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek hatte ebenfalls auf das Problem hingewiesen (HNA berichtete). Bisher gehörten die freiwilligen Brandschützer zur Gruppe drei in der Impfpriorität, zusammen mit 60- bis 70-Jährigen, medizinisch vorbelasteten Menschen und Mitarbeitern im Lebensmittelhandel. (Bernd Schünemann)

4000 Mitglieder sind impfberechtigt

Im Landkreis gibt es nach Angaben der Kreisverwaltung etwa 4000 impfberechtigte freiwillige Feuerwehrleute. Das sind die Mitglieder der Einsatzabteilungen, der Katastrophenschutzzüge und der Unterstützungszüge bei den Wehren. Von denen sind schon viele geimpft worden, weil sie im Rettungsdienst tätig sind. Damit bleiben etwa 2500 Impfberechtigte, für die an diesem und am nächsten Wochenende Termine angeboten werden. 2102 wollen sich impfen lassen. (ber)

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