Interesse an Bio-Landbau wächst: Öko-Ackerbautag in Fürstenwald

Maschineneinsatz: Auch in der ökologischen Landwirtschaft erleichtern Großgeräte die Feldarbeit. Hier ist eine Scheibenegge auf einem Schlag mit Ackerbohnen im Einsatz. Fotos:  Henke

Fürstenwald. Die Sonne strahlt, der Wind weht und wenn der Schlepper mit der großen Scheibenegge über den Acker fährt, dann zieht er eine Staubfahne hinter sich her.

Im Nachgang beugen sich einige Besucher hinunter und prüfen das Resultat des Arbeitsgangs. Sie sehen nach wie die große Landmaschine den Boden bearbeitet hat und ob die gerade durch die trockene Krume sprießenden Ackerbohnen von den ebenfalls schon sichtbaren Wildkräutern befreit sind. Es ist Ackerbautag auf dem Bio-Hof von Georg Tolle.

Mehr als 60 Landwirte, Wissenschaftler und Experten haben sich versammelt, tauschen Erkenntnisse und Erfahrungen aus und diskutieren den „Marktfruchtanbau auf Grenzstandorten“. Ein sogenannter Grenzstandort ist auch dieser Schlag von Georg Tolle in der westlichen Fürstenwalder Gemarkung: viel Ton und geringer Humusanteil. Bedingungen also, die die Erträge in Grenzen halten.

Doch Tolle ist zufrieden, vergangenen Sommer hatte er Dinkel auf dem Feld stehen und dies Jahr sind es Ackerbohnen. Im Öko-Landbau ist eine mehrgliedrige Fruchtfolge Bedingung für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Der Boden soll auf natürliche Weise durch wechselnden Bewuchs das bekommen, was gesunde Pflanzen benötigen. Im Gegensatz zum konventionellen Ackerbau können Biobauern nicht mit Kunstdüngern und chemischen Pflanzenschutzmitteln nachhelfen.

Georg Tolle ist von den Ergebnissen des Öko-Ackerbautages angetan. Vom fachlichen Austausch unter seinen Berufskollegen profitiere jeder: „Hier gibt es soviele Anregungen und Ideen, da bleibt für jeden was hängen.“

Dass das Netzwerk der Biobauern immer größer und tragfähiger wird, bestätigt auch Ute Baumbach von Gäa e.V., der Vereinigung ökologischer Landbau, der Veranstalterin. „So groß wie dieses Jahr war die Beteiligung noch nie“, sagt sie. So seien Bio-Landwirte nicht nur aus Nordhessen, sondern auch aus Westfalen, Thüringen und Mittelhessen gekommen.

Interesse für den biologischen Landbau zeigen auch immer mehr bislang noch konventionell wirtschaftende Landwirte. Vor allem aufgrund der auf breiter Front sinkenden Erzeugerpreise, überlegt manch einer umzustellen. Denn auf dem Biomarkt werden deutlich höhere Preise erzielt. Allerdings ist in der Regel auch der Arbeitsaufwand höher.

„Bio ist kein Selbstläufer“, sagt Ute Baumbach, es gebe auch hier gute und weniger gute Wirtschaftsjahre. „Da müssen sich die Umsteller reinarbeiten, das geht nicht von heute auf morgen.“

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