Beliebt: Mitgliederzahl stieg in ersten 18 Jahren von 30 auf über 100

Blick in die Geschichte: Der TSV Jahn Calden feiert sein 125-jähriges Bestehen 

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Foto zum Jubiläum: Als der TV Calden 1931 sein 40-jähriges Bestehen feierte, präsentierten sich Mitglieder der Turnabteilung dem Fotografen. Unser Bild zeigt (hinten von links) Richard Lecke, Georg Liebehentze, Heinrich Homburg, Heinrich Ziegler, Willi Krug, der nächste Turner ist unbekannt und Wilhelm Ziegler sowie vorn Willi Baumbach,Georg Koch und Georg Krug. 

Calden. Der heutige TSV Jahn Calden hat seinen Ursprung im Turnverein TV Calden, der am 2. August 1891 im Lokal August Koch gegründet wurde. Als treibende Kraft wird der Schreiner Heinrich Schüler genannt. 

Im Sommer wurde auf dem Kaiserplatz und im Winter im Saal der Gaststätte Lampe geturnt.

Der Verein war beliebt: In den ersten 18 Jahren stieg die Zahl der Mitglieder von etwa 30 auf über 100. Als Pflicht galt es, mindestens zweimal in der Woche an den Turnstunden teilzunehmen, unentschuldigtes Fehlen wurde mit einer Geldstrafe geahndet.

Da der Saal zu klein wurde, wurde eine neue Sportmöglichkeit geschaffen – an der Holländischen Straße mit angeschlossenem Gasthaus. Vereinswirt war der Zimmermeister Georg Heinrich Braun, der auch die Gastwirtschaft betrieb. 1924 zog der Verein in die Gastwirtschaft Willi Koch um.

1925 kam es zur Gründung des Spielmannszuges durch Georg Baumbach und Georg Jungk, der aus 16 Personen bestand.

Neuer Verein

Bereits 1907 waren einige Mitglieder ausgetreten und gründeten am 3. März den Arbeiter-Turn-Verein. Grundsatz war die freiheitliche Ausrichtung. Als erster Vorsitzender wurde Wilhelm Krug gewählt.

Zu dieser Zeit gehörte ein großer Idealismus und Bekennermut dazu, sich in einem Arbeiter-Sportverein zu betätigen, da er von der Regierung nicht gern gesehen wurde.

Im Jahre 1922 wurde der Verein in den „Turn- und Sportverein Jahn 1907“ umbenannt und so in das Vereinsregister eingetragen. Das Kürzel TSV Jahn blieb Calden erhalten. Neben Turnen gab es Handball, Leichtathletik und einen Spielmannszug. Gemeinsam mit dem TV Calden wurde Anfang der dreißiger Jahre der Sportplatz am Kaiserplatz angelegt, alles in Eigenhilfe und Handarbeit. 1933 wurde der Verein verboten und das Vermögen beschlagnahmt. „Auf höhere Anordnung,“ so steht es in einer alten Chronik ging er im TV 1891 auf.

Nicht unerwähnt sollte ein dritter Verein bleiben, der von 1922 bis 1924 bestand. Der Fußballverein „Einigkeit“ wurde unter dem Arbeiter-Turn-Sportbund geführt. Da aber zu wenige Spieler vorhanden waren, schlossen sich diese 1924 dem TSV Jahn 1907 an. In der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft fand der Sportbetrieb unter der strengsten Kontrolle des Machtapparates statt, erst nach dem unsäglichen Krieg konnten die sportlichen Aktivitäten wieder aufgenommen werden. Heute hat Jahn Calden die Abteilungen Fußball, Handball, Tennis, Turnen, Walking und Herzsport. (eg/mrß)

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