Sein Buch soll die Welt retten

Ein bisschen wie Greta Thunberg: Jason ist Autist und will den Klimawandel stoppen

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Finanzierung per Crowdfunding: Der 14-jährige Jason von Juterczenka ist Autist. Er setzt sich für den Kampf gegen den Klimawandel ein und schreibt über seine Aktivitäten jetzt ein Buch, um andere für das Thema zu sensibilisieren.

Der 14-jährige Jason von Juterczenka ist ein besonderer Junge und ein bisschen wie Greta Thunberg. Jetzt schreibt der 14-Jährige Asperger-Autist ein Buch über den Klimawandel.

Er hasst Menschenmassen, mag dafür Routinen, und wenn er ein Ziel hat, dann setzt er alles daran, es auch zu erreichen. Ein besonderes Anliegen ist es dem Asperger-Autisten, den Klimawandel zu stoppen – deshalb schreibt er darüber jetzt auch ein Buch.

Wenn man Jasons Geschichte hört, dann denkt man unmittelbar an die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg, ebenfalls Asperger-Autistin. Mit sechs Jahren war Jason bereits klar, dass der Klimawandel die Welt vor große Herausforderungen stellt. Seitdem versucht er, vor allem in seinem persönlichen Umfeld alles, um dem Klimawandel zu stoppen. So fährt er nicht mehr im Auto seiner Eltern mit, sondern versucht, alle Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen.

Gerade auf dem Land, Jason wohnt mit seiner Familie in Calden-Westuffeln, stellt einen das vor die eine oder andere Herausforderung. Mit seinem Vater ist er fast jedes Wochenende mit Bus und Bahn unterwegs zu Fußballspielen, auch darüber haben die beiden einBuch geschrieben und einen Podcast gemacht.

Strenge Regeln für Familie

Bus- und Bahnfahren gehört für Jason also zum Alltag. Ihn stören eigentlich nur die Wartezeiten, die seien manchmal ein bisschen lang.

Zuletzt hat er ein Praktikum in Kassel gemacht. Um pünktlich um 8 Uhr bei seiner Arbeitsstelle in Waldau zu sein, ist er jeden Tag um 5.45 Uhr aufgestanden.

Und wie funktionieren die Klimaregeln sonst im Zusammenleben in der Familie von Juterczenka? „Meine Schwester hat mir zu Weihnachten geschenkt, dass sie nur zwei Mal die Woche Fleisch isst“, erzählt Jason. Für viele andere Dinge hat er, der selbst vegan lebt, innerhalb seiner Familie strenge Regeln aufgestellt. Wenn man dagegen verstößt, wird er sehr ungemütlich. „Ich will bis 2025 den CO2-Ausstoß meiner Familie von 20 Tonnen auf klimaneutrale 2,3 Tonnen reduzieren“, sagt er. Um diesen Wert zu erreichen, muss die Öl-Heizung bei von Juterczenkas raus. 

„Ich fürchte, da werden wir nicht drumherum kommen“, bestätigt sein Vater Mirco, der versucht, die Vorgaben seines Sohnes bestmöglich einzuhalten. „Er hat ja recht.“ Jason ist zuversichtlich, dass er sein Ziel erreicht. Und daran hat man auch keinen Zweifel mehr, wenn der 14-Jährige von seinem Vorhaben berichtet. Er begreift Dinge sehr schnell. Es fällt ihm leicht, sich Wissen in kürzester Zeit anzulesen, Dinge zu verstehen und zu erklären.

Asperger-Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die oftmals mit einer Hoch- oder Inselbegabung einhergeht. Den Betroffenen fällt es aber oft schwer, sich im sozialen Alltag zurechtzufinden.

Schule läuft nebenbei

Schule? Die läuft für Jason eher nebenbei. „Das ist für mich kein großer Aufwand“, sagt er. Lernen fällt ihm leicht. Er begeistert sich für Chaostheorie. Forschung, die den Zusammenhang von Ursache und Wirkung innerhalb geschlossener Systeme beschreibt. Klingt kompliziert, für Jason ist aber alles ganz leicht. Für seine Arbeiten am Schülerforschungszentrum ist er bereits mehrfach ausgezeichnet worden.

Um Wissenschaft – nämlich den Klimawandel – wird es auch in seinem Buch gehen, das „(T)raumschiff Erde“ heißen wird. Es gliedert sich in drei Teile: Die Entstehung der Erde, den Ist-Status und den Appell an die Bewohner, was zu tun ist, um die Erde zu retten. „Aber so, dass es jeder versteht“, sagt Jason.

Wichtig ist dem Schüler auch, dass Erstellung und Druck seines Buches klimaneutral sind. Finanzieren will er das Projekt per Crowdfunding. Das heißt: durch Personen, die sein Vorhaben mit Spenden auf einer Onlineplattform unterstützen. Der Aufruf, bei dem 8500 Euro zusammenkommen sollen, ist auf der Crowdfunding-Plattform Startnext zu finden. Nach gut zwei Tagen sind dort bereits knapp 2000 Euro zusammengekommen. startnext.com/traumschiff-erde

Mit seinem Vater ist Jason seit einigen Jahren auf der Suche nach seinem Lieblingsfußballverein. Dafür sind sie an den Wochenenden viele Stunden unterwegs, um sich Spiele in verschiedenen Stadien anzusehen. Weitergekommen ist der Asperger-Autist bei seiner Suche auch nach Besuchen in über hundert Stadien allerdings noch nicht. 

Ihre Erfahrungen haben Vater und Sohn in einem Buch festgehalten, auch in ihrem Podcast berichten sie regelmäßig darüber. Den Erlös seiner Lesereise, die jetzt zu Ende geht, spendet Jason an die Stiftung von Profifußballer Neven Subotic, die sich weltweit für Kinder in Not einsetzt. Zu Beginn lag Jasons Spendenziel bei 10.000 Euro, mittlerweile sind bereits gut 35 000 Euro zusammengekommen, so dass er auf 50.000 Euro erhöht hat.

wochenendrebell.de

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