Ort der Begegnung

Jugendliche und Flüchtlinge bauen Skatepark

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Schon startklar: Nayiz, Husseyn, Ramazan und Far Had (von links) schrauben am Rande der Bauarbeiten an ihren Boards, voller Vorfreude auf die neuen Skaterelemente.

Calden. Eine Skateanlage für einheimische Jugendliche und Flüchtlinge entsteht momentan am alten Flugplatz in Calden. 

Husseyn, Ramazan und Nayiz schrauben an den Rollen ihrer Skateboards. Ihre Blicke wandern immer wieder neugierig zu Felix und Jonathan, unter deren Händen der Trennschleifer Funken sprühen lässt. Aufbruchstimmung in der früheren Aero-Halle am alten Caldener Flugplatz. Deutsche Jugendliche und junge Erwachsene legen sich an diesem Tag gemeinsam mit Husseyns Vater ins Zeug, um die Projektidee einer überdachten Skateranlage im Flüchtlingscamp auf festen Boden zu stellen.

Ein paar Bewohnerkinder verfolgen die Aufbauarbeiten erwartungsvoll. Nach Fertigstellung sollen sie ebenso Nutznießer sein wie Kinder und Jugendliche von außerhalb der Erstaufnahmeeinrichtung. Der Gedanke dahinter: gemeinsamer Sport und Spaß zum gegenseitigen Kennenlernen, Integration buchstäblich in Bewegung setzen.

Einen Inliner- und Skateboardverleih für die jungen Bewohner gibt es im Camp, eine geeignete Stätte für den Sport aber noch nicht. Dem Kasseler Unternehmer Heinz Jordan kam die Idee der Skaterhalle (wir berichteten). Beim Regierungspräsidium Gießen, zuständig für die Flüchtlingseinrichtung, fand er ebenso Unterstützung wie bei einer Reihe von Sponsoren. Die tragen die Kosten für das Material. Die Hauptfinanzierung ermöglicht das Landesprogramm Sport und Flüchtlinge in Kooperation mit dem Hessischen Sportbund, für die administrative Betreuung zeichnet die Gemeinde Calden verantwortlich. Die alte Halle der Fallschirmspringer befindet sich heute im Eigentum des Landes.

Monatelang wartete die Idee auf ihre Verwirklichung. Es musste erst einmal ein ehrenamtlicher Bautrupp aus jungen Leuten gefunden werden. Denn eine Begegnung zwischen jungen Menschen inner- und außerhalb des Camps war schon für den Bau ausdrücklich erwünscht.

Ein bundesweiter Kongress des christlichen Jugendverbandes der Siebenten-Tags-Adventisten dieser Tage in Kassel (Motto: das Bibelwort „Das habt ihr MIR getan“) brachte den Fortschritt. 30 Jugendliche und junge Erwachsene aus verschiedenen Teilen Deutschlands rückten mit zehn ehren- und hauptamtlichen Betreuern im Flüchtlingscamp an, um einen Tag lang zusammen mit Bewohnern zu sägen, zu hämmern, zu schleifen, zu fräsen und zu schrauben. Zwei Elemente, im Fachjargon eine Bank mit Hip und ein Manual Pad, waren am Abend fertig. Für die Jüngsten unter den Bewohnern, die noch nicht helfen konnten, hatten die Gäste Holz und Werkzeuge mitgebracht. Im Begleitprogramm durften sie einen „Handwerkerführerschein“ machen.

„Eine ganz tolle Initiative und dazu religionsübergreifend „, freute sich Kurt U. Heldmann vom RP Gießen als Beobachter über den engagierten Einsatz der Adventjugend. Material für zwei weitere Skaterelemente ist vorhanden. Husseyn und seine Freunde hoffen, dass sich auch für seine Verarbeitung baldmöglichst ehrenamtliche Bauleute finden.

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