Umbau soll 2018 fertig sein

Junkernhof in Meimbressen wird zum Forschungsinstitut

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Die Sanierung kann beginnen: (von links)Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck, Architekt Michael Majcen, Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon, Bauherr Dr. Alexander Wolff von Gudenberg und Peter Nissen vom Landkreis Kassel vor dem Turmhaus des Junkernhofs .

Meimbressen. Ein hunderte Jahre alter Hof, der in drei Jahren Platz bieten soll für neue, moderne Arbeitsplätze im Bereich Forschung und Sprachtherapie - das klingt kurios.

Aber das ist der Plan von Dr. Alexander Wolff von Gudenberg bei der Sanierung seines denkmalgeschützten Junkernhofs in Meinbressen. Jetzt wurden erste Fördermittel bewilligt.

Der erste Bauabschnitts umfasst die Remise, ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude und das Turmhaus. Für die Sanierung von Dach und Mauern wurden 260.000 Euro veranschlagt. Die Kosten für die Sanierung des rund 1300 Quadratmeter großen Gutshofs schätzt Architekt Michael Majcen auf eine Million Euro - und könnte 2018 fertig sein.

Von Gudenberg, Bauherr und gleichzeitig Leiter des Parlo-Instituts für Sprachtherapie in Bad Emstal, hat große Pläne für die Gebäudeteile, die er bisher alleine kaum instand halten konnte. Langfristig hofft er, einen Teil seines Instituts im Junkernhof unterzubringen. Sein Sprachtherapie-Institut bietet auch Online-Kurse an, um Sprachstörungen zu therapieren.

Dabei gibt es noch eine Hürde: Für Online-Kurse muss auch die digitale Infrastruktur vor Ort stimmen. „Das ist momentan leider noch unrealistisch“, sagt von Gudenberg. Deswegen forderte auch Peter Nissen am Montag: „Die Dörfer müssen schnelles Internet bekommen.“ Chancen sieht der Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung in naher Zukunft im Aufbau eines Glasfasernetzes in der Region.

Für Nissen ist der Junkernhof ein „Spezialprojekt“: Die Sanierung eines historischen Gebäudes zusammen mit der Aussicht auf „modernste Arbeitsplätze“ sei eine nachhaltige Förderung und deswegen sinnvoll. So würden die Arbeitsplätze nicht auf der „grünen Wiese“ entstehen. „Die Gesamtkosten sind wirtschaftlich nur zu schultern, wenn wir alle helfen“, so Nissen.

Unterstützt wird die Sanierung des im Jahre 1667 wieder aufgebauten Junkernhof vom Bund (60.000 Euro), dem Land Hessen (60.000 Euro) und der Stiftung Denkmalschutz (70.000 Euro). Weitere 70.000 Euro investiert Alexander Wolff von Gudenberg selbst.

Neben Arbeitsräumen für das Sprachinstitut sollen auf dem Junkernhof auch Kulturveranstaltungen stattfinden. Der Entwurf des Architektenbüros aus Kassel um Michael Majcen plant bereits Veranstaltungs- und Ausstellungsräume im Turmhaus ein. Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon (CDU), der sich zusammen mit Ulrike Gottschalck (SPD) auf Bundesebene für die Fördergelder einsetzte, erklärt: „Es ist an der Zeit was zu machen.“ (bdi)

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