Land widerspricht vehement

„Klimaschädliche Geldverschwendung“: Studie fordert das Aus für den Airport Kassel

Ein Flugzeug auf dem Rollfeld des Kassel Airport.
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Studie fordert die sofortige Schließung des Flughafens und weiterer Regionalflughäfen.

Die Umweltschutzorganisation BUND fordert die sofortige Schließung des Kassel Airports und kritisiert dessen fehlende Wirtschaftlichkeit. Das Land Hessen widerspricht vehement.

  • BUND-Studie kritisiert fehlenden Nutzen und wirtschaftlicher Verlust bei Regionalflughäfen
  • Umweltschützer fordern die Schließung vom Kassel Airport
  • Land Hessen hält an dem Flughafen fest

Calden/Kassel - Als „klimaschädliche Geldverschwendung“ haben Umweltschützer die Unterstützung mit Steuermitteln für den Kassel Airport in Calden und für andere Regionalflughäfen kritisiert. Der BUND und das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) fordern die sofortige Schließung der Hälfte der 14 untersuchten Regionalflughäfen. Eine Rote Karte zeigten die Umweltschützer auch dem Kassel Airport.

Regionalflughäfen zeigten „die ganze Absurdität des Fliegens“ auf, meinte BUND- Chef Olaf Bandt. Nur drei der untersuchten regionalen Airports hätten einen verkehrspolitischen Nutzen durch Anbindung der Region an den internationalen Flugverkehr. Beim Rest handele es sich fast ausnahmslos um Urlaubsflüge. Die Untersuchung beschäftigt sich mit der Wirtschaftlichkeit, der Bedeutung für die Verkehrsanbindung und der Entwicklung der Passagierzahlen.

Flughafen Kassel-Calden: Mit 120.000 Fluggästen laut BUND unter der geforderten Marke

Der Kassel Airport habe auch im vergangenen Jahr mit gut 120.000 Fluggästen noch weit unter der Marke für Regionalflughäfen gelegen, heißt es in der Studie. Grundlage waren den Angaben zufolge die Geschäftsberichte 2014 bis 2018. Sofort geschlossen werden sollten demnach aus Sicht der Umweltschützer die Regionalflughäfen, die nur negative Bewertungen erhielten. Rote Karten gehen an den Flughäfen in Kassel-Calden sowie an Erfurt-Weimar, Hahn, Niederrhein-Weeze, Paderborn/Lippstadt, Rostock-Laage und Saarbrücken.

Hessischer Finanzsekretär: Flughafen in Kassel ist wichtiges Infrakstrukturangebot

Der Kassel Airport kämpft seit seiner Eröffnung im April 2013 mit Verlusten. 2018 lag das Minus bei 5,9 Millionen Euro. Das Land Hessen ist mit 68 Prozent größter Anteilseigner. Als Aufsichtsratsvorsitzender hat der hessische Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms am Mittwoch zu der Kritik Stellung genommen. Er bezeichnet den Kassel Airport als „wichtiges Infrastrukturangebot für Nordhessen“.

Der Flughafen werde von der Region angenommen und unterstützt, er biete und schaffe Arbeitsplätze und bringe dem Land und der Region Steuereinnahmen, betonte Worms. Der Airport besitze gute weitere Entwicklungsmöglichkeiten. „Wie bei jedem Infrastrukturprojekt, gilt es auch beim Kassel Airport, langfristig zu denken“, unterstrich Worms.

Betreiber des Flughafen Kassel-Calden hat noch kein Statement abgegeben

Airport-Chef Ernst war am Mittwoch aus terminlichen Gründen nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Kritik der Umweltschützer des BUND hat gestern auch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen zurückgewiesen. (Andreas Hermann und Matthias Müller)

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