Mehr als 140.000 Fluggäste bis 2024 weniger

Kassel-Calden: Passagier-Prognose drastisch gesenkt

Kassel. Der Flughafen Kassel-Calden korrigiert seine Fluggastprognose drastisch nach unten. Statt der bisher für 2020 erwarteten 640.000 sollen es jetzt nur noch 497.000 Passagiere bis 2024 werden.

Das geht aus dem Geschäftsplan für die kommenden zehn Jahre hervor, den Flughafenchef Ralf Schustereder dem Aufsichtsrat mit Hessens Finanz Thomas Schäfer an der Spitze vorgelegt hat.

Dennoch soll das Defizit von 8,1 Millionen Euro in diesem auf 2,7 Mio. Euro im Jahr 2019 sinken. Drei Jahre später will die Flughafengesellschaft erstmals einen Gewinn von 180 000 Euro ausweisen. Die Reduzierung des Verlusts soll über nicht näher bezeichnete Einsparungen sowie Verkauf und Vermietung von Gewerbeflächen am alten Flughafen erreicht werden. Der Geschäftsplan muss aber von der EU abgesegnet werden, da staatliche Zuschüsse für Regionalflughäfen nur noch begrenzt und zeitlich befristet gewährt werden dürfen.

Zuletzt aktualisiert um 16.40 Uhr. 

Gleichzeitig sieht sich der Flughafen mit Nachforderungen der am Bau beteiligten Unternehmen von sieben bis 14 Mio. Euro konfrontiert. Vorsorglich soll ein entsprechender Kredit aufgenommen werden. Woher die Nachforderungen rühren, teilte der die Betreibergesellschaft nicht mit. Die Generalunternehmer Hermanns (Kassel) und Bickhardt (Kirchheim) mochten unter Hinweis auf laufende Gespräche keine Stellung nehmen. Wie berichtet, wurden die Baukosten bislang mit 271 Mio. Euro beziffert.

Im vergangenen Jahr zählte der Flughafen in den knapp neun Monaten seines Betriebs 46 557 Fluggäste. In diesem Jahr könnten es ebenso viele werden. Gegenüber dem Vorjahr wäre dies aber ein relativer Rückgang, da 2014 das erste volle Geschäftsjahr ist.

Hauptgesellschafter des Airports ist mit 68 Prozent der Geschäftsanteile das Land Hessen, Stadt und Kreis Kassel halten je 13 und die Gemeinde Calden sechs Prozent.

Weitere Hintergründe lesen Sie in der Samstagsausgabe.

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