Nach Futter-Streit

Vogel in Not: Neunjähriges Mädchen rettet Bussard das Leben

Leni Berndt aus Westuffeln hält einen  Mäusebussard in ihren Händen.
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Leni Berndt aus Westuffeln hat beim Schlittenfahren einen geschwächten Mäusebussard entdeckt. Gemeinsam mit ihrem Großvater Hermann Berndt hat sie den Vogel wieder aufgepäppelt.

Die extremen Temperaturen waren auch für Vögel eine Herausforderung. Ein Mädchen startete spektakuläre Rettung.

Westuffeln – Der extreme Wintereinbruch hat auch den Tieren zu schaffen gemacht. Ein Vogel hatte hier besonderes Glück. Er wurde von einem neunjährigen Mädchen gerettet. Mit seinem Trecker hatte Hermann Berndt die Kinder an den schneereichen Tagen auf Schlitten durch die Westuffelner Gemarkung gezogen.

Auf dem Weg zum Wald am Loh beobachteten die Schlittenfahrer in der vergangenen Woche, dass ein Greifvogel vor ihnen davonfliegen wollte. Doch das Tier kam nicht weit: Der Vogel blieb in einer Hecke hängen und konnte sich aus dem Gebüsch nicht mehr befreien.

Vogel-Rettung: Mit gefrorenen Flügeln konnte der Bussard nicht mehr fliegen - Das Mädchen handelte sofort

Die Kinder machten Berndt darauf aufmerksam. Der hielt an. Dann fing seine Enkelin Leni Berndt (9) den Vogel ein. Der Bussard hatte versucht, an einem toten Reh in einem wasserführenden Graben zu fressen, berichtete der Westuffelner Landwirt im Ruhestand.

Er musste sich gegen einen Artgenossen wehren, der ebenfalls Futter suchte. Dabei geriet der Vogel offensichtlich mit seinen Flügeln ins Wasser, berichtete Berndt. So bildete sich bei den tiefen Temperaturen Eis im Gefieder – und der Bussard konnte nicht mehr davonfliegen.

Ein Biss konnte den Tierfreund nicht von der Rettung abhalten

Möglicherweise fehlte ihm auch Kraft. Berndt geht davon aus, dass das tote Reh so stark gefroren war, dass der Vogel kaum Fleischbrocken abreißen konnte. Mit den Kindern brachte der 81-Jährige, der sich immer wieder um Vögel kümmert, den Greifvogel nach Hause und setzte ihn in eine Voliere.

Hermann Berndt holte Fleisch aus der Tiefkühltruhe, ließ es auftauen und fütterte ihn damit. Der Bussard versuchte zunächst, ihn zu beißen. Der Naturfreund ließ sich davon nicht abhalten und fütterte das Tier erfolgreich weiter.

Winter hart für Tiere: Ernährung für Greife und Eulen schwierig

Am nächsten Tag sei es dem Vogel schon deutlich besser gegangen, berichtete Berndt. Sobald der Schnee weggetaut und die Wetterlage stabil ist, will er den Mäusebussard wieder fliegen lassen.

Für Eulen und Greifvögel waren die Tage mit hoher Schneedecke schwierig, weil sie kaum an ihre Beutetiere kamen. So beobachteten Naturschützer unter anderem Eulen, die selbst tagsüber auf der Suche nach Beute waren. Bussarde wurden zusätzlich durch den Straßenverkehr gefährdet: Die Vögel hielten bevorzugt an Straßen Ausschau nach überfahrenen Tieren – und sind dabei durch herannahende Autos bedroht. (Bernd Schünemann)

Bussard von Polizei gerettet: Ein weiterer Vogel hatte Glück

In Gudensberg haben Beamte der Polizei ebenfalls einen Verletzten Vogel geborgen. Dieser bekam eine Fahrt im Streifenwagen und etwas Freiheitsentzug, bevor er an die zuständige Auffangstation übergeben wurde.

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