Tausende am Airport Kassel in Calden

Kassels Storch ein Star unter den geflügelten Oldies

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Calden. Geflügelte Oldies auf dem Airport Kassel bewiesen am Sonntag Magnetkraft. Zu Tausenden zog es bei schönstem Frühsommerwetter Ausflügler aus der Region an den Rand des Vorfelds.

Zusätzlich zum 1943 in Kassel-Waldau produzierten und heute in Calden stationierten Fieseler Storch, dem heimischen Star unter den Flugveteranen des Tages, schwebten Zeitgenossen aus Paderborn ein. Eine Antonow AN 2, der größte Doppeldecker der Welt, zog ebenso Bewunderung auf sich wie eine englische Chipmounk, eine Focke-Wulf Stieglitz (beide in den 1930er Jahren gebaut) sowie eine Piper L 4 (Baujahr 1943), die wie der Storch heute in Calden beheimatet ist.

Ständiger Andrang: Die Besucher drängten sich um die Flugzeuge, rechts die gut 80 Jahre alte Focke Wulf Stieglitz. Aus Sicherheitsgründen war ein Zaun aufgebaut, nur Passagiere für Rundflüge kamen näher heran.

Die historischen Zeugnisse internationaler Luftfahrttechnik präsentierte der Kasseler Förderverein Fieseler Storch aus Anlass seines zehnten Geburtstages. Der wurde mit der Präsentation der fliegenden Oldtimer und in einer von Business Wings bereitgestellten Halle mit der Öffentlichkeit gefeiert. Der Ansturm der Besucher übertraf die Erwartungen des Veranstalters bei weitem. Einige kamen in den Genuss eines Rundflugs mit dem grünen hochbeinigen Storch, der neben dem Piloten jedoch nur jeweils einen Passagier aufnehmen kann. Viele Fluginteressierte mussten sich deshalb auf künftige Gelegenheiten vertrösten lassen. Auch die historische Piper sollte eigentlich zu Rundflügen starten, musste aber wegen eines technischen Defektes am Boden bleiben. Kurzfristig stellten die Paderborner Piloten ihren „Stieglitz“ für Rundflüge zur Verfügung.

Der kleine, gerade mal 22 Mitglieder zählende Förderverein hatte in seinen ersten sechs Jahren in hohem Maße Energie und Geldmittel investiert, um einen Haufen Schrott in eine wieder funktionstüchtige Maschine rückzuverwandeln. Dass der Storch zu neuem Glanz und seiner Flugfähigkeit zurückfand, ist vor allem dem Vereinsmitglied und Flugzeugsachverständigen Klaus Hessenmüller zu verdanken, sagt Vorstandsmitglied Erhard Rinninsland. Hessenmüller trug die Verantwortung für die Abnahme und Zulassung beim Luftfahrtbundesamt.

Technik-Oldtimer lockten zum Airport Kassel

Mit der Restauration des historischen Flugzeugs aus Waldauer Produktion hat der Förderverein Fieseler Storch Tatkraft und langen Atem bewiesen. Sein zweites Großprojekt verlangt ebenfalls Ausdauer: der Bau einer eigenen Präsentations- und Ausstellungshalle am Airport Kassel. Dort sollen einmal neben dem Storch weitere historische Objekte zur Fliegerei ausgestellt und Veranstaltungen organisiert werden. Auch an eine Schauwerkstatt ist gedacht. Die bei der Wiederherstellung des Storchs erworbene Kompetenz der eigenen Mitglieder könnte bei Auftragsarbeiten zur Restaurierung alter Flugzeuge eingesetzt und gezeigt werden.

Plausch im Schatten: In einer Halle konnten sich die Besucher bei Getränken entspannen und fachsimpeln – auch über die Zukunft der Museumspläne.

Noch immer aber wartet der Verein, dem Eigenmittel und Sponsorengelder zur Verfügung stehen, auf die unverzichtbare öffentliche Bezuschussung des „Storchennests“. Im Gespräch ist eine Förderung in Höhe von 150 000 Euro aus dem Leader-Programm der EU zur Regionalentwicklung im ländlichen Raum. Eine Entscheidung über die Berücksichtigung des Vorhabens steht weiter aus.

Konzept geschrumpft

Das ursprüngliche Baukonzept für 1,3 Millionen Euro wurde bereits auf eine Minimalversion im Investitionswert von 830.000 Euro zurückgefahren. Auf ein zunächst geplantes Obergeschoss soll nun verzichtet werden.

Vereinsvorsitzender Hartmut Fischer bedauert: „Wir bekommen viel Schulterklopfen und Lob. Allein es fehlt die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand.“

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