Seit Monaten nur noch 230 Menschen in Erstaufnahme

Kaum Bewohner: Land schweigt weiter zu Kosten für Caldener Flüchtlingslager

Calden. Die Zahl der Flüchtlinge im Caldener Erstaufnahmelager ist seit vielen Monaten auf einem vergleichsweise geringen Niveau. Trotzdem soll das Lager auch in Zukunft bestehen bleiben.

Zurzeit leben 230 Menschen aus Eritrea, Afghanistan, Somalia, Irak und der Russischen Förderation in der Einrichtung, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise waren es bis zu 1800. 

„Um auf den Rückgang der Flüchtlingszahlen reagieren zu können, wurde mit dem Standortkonzept der Hessischen Landesregierung ein flexibles System geschaffen“, so das Ministerium für Soziales und Integration. „Das Konzept trägt unter anderem dadurch Rechnung, dass einige Standorte als Reserve bereitgehalten und andere geschlossen werden.“

In Calden sind derzeit drei hauptamtliche Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Gießen tätig. Darüber hinaus seien Dienstleister für zum Beispiel Catering und Bewachung beauftragt. Um wie viele Mitarbeiter es sich dabei genau handelt, dazu macht das Ministerium keine Angaben.

Beim Thema laufende Kosten für den Betrieb des Flüchtlingslagers hält sich das Land ebenfalls bedeckt. „2016 sieht der Landeshaushalt für die Flüchtlingshilfe Ausgaben von über 1,8 Milliarden Euro vor“, so das Ministerium. 2015 seien es 600 Millionen Euro gewesen.

Die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren, solange die Flüchtlingszahl so gering bleibt, sei keine Option. „Das Personal des Landes ist nach wie vor in der Besetzung geplant, dies wird in dieser Größenordnung auch benötigt.“ Bei Krankheit oder Urlaub müsse der Betrieb schließlich aufrechterhalten werden. Bei den Dienstleistern würden „die zu erbringenden Leistungen je nach Belegungszahl angepasst“.

Die im August ausgebrannten Container auf dem Gelände des Flüchtlingslagers werden laut Ministerium nicht wieder aufgebaut. 

Ein Blick ins Flüchtlingslager Calden:

Rubriklistenbild: © Gehlen

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