Kommentar zu Flüchtlingslagern: Landesregierung hat Vertrauen verspielt

Die Erstaufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge in Nordhessen haben ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Das Regierungspräsidium Kassel und das Land Hessen spielen aber nicht mit offenen Karten - eine Kehrtwende muss her, meint HNA-Redakteur Göran Gehlen.

Erinnern Sie sich noch an die Zahl 1000? Die wurde vor knapp eineinhalb Monaten vom Regierungspräsidium genannt, als Calden plötzlich eine Zeltstadt vor die Tore gesetzt bekam. 1000 Flüchtlinge sollte die aufnehmen.

Heute ist diese Zahl irrelevant. Als normale Belegung für die Zeltstadt gelten 1500 Asylbewerber. Und selbst das ist offenbar keine Obergrenze mehr. Die Caldener haben das Vertrauen in solche Aussagen daher schon längst verloren. In Hofgeismar deutet sich Ähnliches an: Während das Land den Standort Beberbeck noch offiziell prüft, wurden schon die ersten Umbauten vorgenommen und Kisten in Gebäude geschleppt. Da wusste man im Rathaus noch nichts Genaues.

So erzeugt man keine Hilfsbereitschaft, egal ob in Calden oder andernorts in der Region. Im Gegenteil verprellt man die Menschen, die eine Aufnahme von Flüchtlingen unterstützen. Und man gibt Gerüchten Nährboden, die glaubwürdig wirken, weil man offiziellen Angaben nicht mehr vertraut. Das Land muss hier eine Kehrtwende hinlegen: Fakten müssen sofort auf den Tisch.

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