Sie erinnerten an das Ablassen von Kerosin

Anflug auf Kassel Airport: Luftstreifen sorgen für Diskussionen

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Sorgen immer wieder für Disklussionen: Kondensstreifen. Bei dieser Maschine ist es eindeutig. Bei bestimmten Lichtverhältnissen erwecken Luftverwirbelungen den Eindruck, als würde Kerosin abgelassen.

Calden. Unterschiedlich interpretiert wurden Luftstreifen, die am Donnerstag kurz nach 9 Uhr beim Anflug der Boeing 737 von Heraklion auf den Kassel Airport gesehen wurden.

Ein Holzhäuser war sich sicher: „Da wurde Kerosin abgelassen.“ Er saß damit aber einer optischen Täuschung auf, wie sie bei bestimmten Licht- und Witterungsverhältnissen vorkommen kann. Beim Ausfahren der Landeklappen, so erläutert der Betriebsleiter des Flughafens in Calden, Dr. Joachim Ebert, würden durch den entstehenden Druckunterschied Verwirbelungen der Luft entstehen. „Das kann Aussehen wie Kondensstreifen“, berichtet er. Besonders bei bewölktem Himmel sei dies möglich, heißt es in Fachpublikationen. Dies sehe dann tatsächlich so aus, als würde Kerosin abgelassen.

Keine Ablass-Vorrichtung

Das aber kann bei den in Calden landenden Maschinen nicht vorkommen. Der Grund: Die Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge, die hier starten und landen, haben meist keine Vorrichtung, um Kerosin abzulassen. Die Boeing-Flieger der 737er-Familie, um ein solches Flugzeug handelte es sich bei der am Donnerstag aus Kreta kommenden Maschine, ist beispielsweise mit solchen Anlagen gar nicht ausgerüstet.

Auch von den Langstreckenflugzeugen wird Kerosin höchst selten abgelassen. Nötig ist es, wenn der noch fast voll getankte Flieger bei der Landung zu schwer ist, beispielsweise, wenn er – aus welchen Gründen auch immer – früher landen muss als geplant.

Da Mittelstreckenflugzeuge weniger Kerosin mit sich führen, sind sie selten zu schwer. Auf eine Ablass-Vorrichtung wurde daher ganz verzichtet. Sollten sie dennoch unmittelbar nach dem Start, also noch vollbetankt, umkehren müssen, wird mithilfe von Platzrunden, der Kraftstoff reduziert.

In Calden besteht also keine Gefahr, dass Kerosin abgelassen wird, sagt Dr. Joachim Ebert. Und beim Landeanflug geschieht das auch bei den ganz großen Flugzeugen nicht, sondern in größeren Höhen. Aus gutem Grund: „Die Geruchsbelästigung wäre dann enorm“, weiß Ebert. 

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