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Leni und August Salzmann aus Calden feiern heute Gnadenhochzeit

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Von: Gitta Hoffmann

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Seit 70 Jahren verheiratet: August und Leni Salzmann feiern heute das seltene Fest der Gnadenhochzeit. Geheiratet wurde 1952 in Calden, der Heimat des jungen Paares.
Seit 70 Jahren verheiratet: August und Leni Salzmann feiern heute das seltene Fest der Gnadenhochzeit. Geheiratet wurde 1952 in Calden, der Heimat des jungen Paares. © Gitta Hoffmann

Heute feiern Leni und August Salzmann in Calden einen ganz besonderen Tag: ihren 70. Hochzeitstag, das seltene Fest der Gnadenhochzeit.

Calden – Kennengelernt haben sich die beiden bereits in der Schule – die echte Liebe folgte jedoch ein wenig später.

„Ich habe schon früh ein Auge auf sie geworfen. Sie war nicht nur hübsch, sie war auch klug.“ August Salzmann weiß noch genau, was ihm an Leni Range gefallen hat. Und das gefiel auch anderen: „Wenn ich in der Kapelle Schlagzeug spielte und sie tanzte derweil zu oft mit einem anderen – Bewerber gab es ja genug –, dann habe ich erst mal eine Spielpause eingelegt und selbst mit ihr getanzt.“

Er war eifersüchtig

„Er war eifersüchtig“, lacht seine 94-jährige Ehefrau, die ebenfalls Gefallen an dem großen, gut aussehenden Mann gefunden hatte.

Die schweren Kriegsjahre gingen auch an dem jungen Paar nicht spurlos vorbei. 1952 wurde Hochzeit gefeiert und zwei Kinder machten die Familie komplett. „Die ersten Jahre wohnten wir mit vier Generationen in einem Haus. Dazu noch einquartierte Flüchtlinge. Und alle teilten sich eine 15 Quadratmeter große Küche“, erinnert sich das Paar. Das wohnt noch heute in dem über 200 Jahre alten Elternhaus von Leni Salzmann, geborene Range.

30 Jahre freier Mitarbeiter bei der HNA

Das Haus wurde im Lauf der Jahre zweimal komplett um- und ausgebaut. Das Geld dafür kam unter anderem aus Tätigkeiten, die August Salzmann neben seiner Arbeit bei der Post hatte, bei der er 50 Jahre tätig war. 25 Jahre war er Vertrauensmann beim Beamtenheimstättenwerk, 30 Jahre freier Mitarbeiter der HNA.

Darüber hinaus war der 95-Jährige stellvertretender Bürgermeister in Calden, Schiedsmann und von 1960 bis 1972 auch ehrenamtlicher Standesbeamter. „Alle, die jetzt goldene Hochzeit haben, habe ich in unserem Wohnzimmer getraut“, lacht der Jubilar.

Und weil seine Frau für ihn damals bereits die schriftlichen Vorarbeiten erledigt hatte, übernahm sie von 1972 bis 1986 die Stelle der Standesbeamtin in der Gemeinde. „Ich kann gar nicht mehr sagen, wie viele Paare ich getraut habe. Es waren so viele. Aber schön war es immer.“

Gerne war das Paar sportlich aktiv, sang im Gesangverein und unternahm als Ausgleich für die viele Arbeit Urlaubsreisen. Mal in die Berge, mal an die See, auch nach Mallorca ging es. Darüber hinaus war August Salzmann lange aktiv in der Feuerwehr. Er ist mit 80-jähriger Mitgliedschaft heute Teil der Alters- und Ehrenabteilung der Caldener Wehr.

Geheiratet wurde 1952 in Calden, der Heimat des jungen Paares.
Geheiratet wurde 1952 in Calden, der Heimat des jungen Paares. © Gitta Hoffmann

Am Wochenende wird mit Freunden und der Familie – zu der inzwischen auch zwei Enkel und drei Urenkel gehören – gefeiert. Wenn dann die Frage aufkommt, wie man so lange so glücklich verheiratet sein kann, wissen Beide die Antwort: „Auch bei uns hat es mal geblitzt und gedonnert“, sagt August Salzmann. „Aber meine Frau hat dann die Sonne wieder scheinen lassen.“ (Gitta Hoffmann)

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