Letzte Chance für Deutsche Glasfaser

Großer Ärger um Bürgersteige in Calden: Rathauschef will Arbeiten sehen

So soll es nicht bleiben: Viele Bürgersteige in Calden sind seit Monaten nicht adäquat ausgebaut – wie auf diesem
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So soll es nicht bleiben: Viele Bürgersteige in Calden sind seit Monaten nicht adäquat ausgebaut – wie auf diesem

In Calden herrscht schon länger eine Debatte um den Ausbau von Bürgersteigen. Die Deutsche Glasfaser steht dabei massiv in der Kritik.

Calden – Schnelles Internet ist für viele Menschen das A und O im Haushalt. Auch die Caldener sind seit Längerem nach einem umfassenden Glasfaserausbau in der Gemeinde an gutes Netz angeschlossen und können mehr oder weniger ohne Probleme surfen. Bürgermeister Maik Mackewitz ist dennoch äußerst unzufrieden mit dem Ablauf der Bauarbeiten. Denn: „Das Internet läuft zwar. Der Oberflächenausbau ist katastrophal.“

Der Ursprung

Angefangen hatte das Ganze schon im Jahr 2019. „Damals haben wir ordentlich die Werbetrommel für den Glasfaserausbau gerührt“, erzählt Mackewitz. Mehr als 50 Prozent der Caldener entschieden sich für einen Anschluss – eine gute Bilanz. Zunächst ging es ganz schnell. Im Sommer begannen die Arbeiten in Fürstenwald, Ende 2020 waren die Trassen durch die Deutsche Glasfaser überwiegend fertig verlegt worden. Was den Internetzugang anging, lief also auf den ersten Blick vieles einwandfrei.

Das Problem

„Schon ab Sommer 2020 hätte die Wiederherstellung der Oberflächen an den meisten Stellen beginnen müssen“, sagt Mackewitz. Doch passiert sei nichts. Die Gehwege blieben in schlechtem Zustand. Halb geschottert, halb asphaltiert, uneben – laut dem Rathauschef sind nicht nur einmal Personen auf den Gehwegen gestürzt. Ende 2020 habe man sich dann gemeinsam mit der Deutschen Glasfaser darauf geeinigt, die Bürgersteige nicht zu asphaltieren, sondern zu pflastern. „Einen Anteil von rund 600.000 Euro übernimmt die Gemeinde“, erklärt Mackewitz. „Die neue Einigung hatte aber nichts mit den Bauverzögerungen zu tun.“

Diese allerdings hielten dennoch an. Im April 2021 kündigte das Unternehmen den Start in Fürstenwald an – ohne Erfolg. „Im Mai bekamen wir dann gar keine konkreten Auskünfte mehr“, so der Bürgermeister. Einen erneuten Abstimmungstermin habe es erst wieder im September gegeben. Dort sei sogar ein verbindlicher Bauzeitenplan entstanden.

Doch schon nach ersten Arbeiten habe man erhebliche Mängel festgestellt – Mackewitz ist ärgerlich.

Das Ziel

Die Probleme seien nicht abgerissen, erklärt der Bürgermeister. Immer wieder habe er unterschiedliche Entschuldigungen seitens der Deutschen Glasfaser und ihren Subunternehmen gehört. Interne Schwierigkeiten, Mangel an Material, fehlende Fachkräfte, Krankheit – am Ende habe all das dazu geführt, dass die Debatte nun schon seit mehreren Jahren anhalte.

„Dies ist jetzt die letzte Chance für die Deutsche Glasfaser, bevor wir rechtliche Schritte gehen“, sagt Mackewitz. Das Unternehmen habe versprochen, Mitte Juli 2022 die finale Abnahme möglich zu machen.

Das sagt die Deutsche Glasfaser

In einer schriftlichen Stellungnahme äußert sich die Deutsche Glasfaser zur Situation in Calden und zur Kritik hinsichtlich ihrer Arbeit. Im Zuge des Ausbaus seien mehr als 3200 Haushalte mit einer Glasfaserleitung versorgt worden. Mehr als 2000 Haushalte hätten sich für einen aktiven Anschluss entschieden, heißt es zunächst im Statement.

Im Anschluss habe man die Oberflächen wieder herstellen und abnehmen wollen. „Aufgrund mangelnder Mitarbeiterressourcen beim Baupartner konnten diese Arbeiten bislang noch nicht erfolgen“, schreibt das Unternehmen entschuldigend. Aktuell erfolge eine Bestandsaufnahme der Oberflächen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Calden. „Im Zuge dessen wird ein Bauzeitenplan für das kommende Jahr ausgestellt“, heißt es weiter.

Ziel sei es, die Oberflächen „so zeitnah wie möglich fertigzustellen.“ Bis dahin würden die Gehwege regelmäßig kontrolliert und provisorisch hergestellt, damit zumindest Verkehrssicherheit gewährleistet sei.

Sollten während der Bauphase auf privaten Grundstücken Schäden entstanden sein, bittet die Deutsche Glasfaser um Rückmeldung. Eine Kontaktaufnahme ist unter Tel. 0 28 61 / 89 06 09 40 oder unter deutsche-glasfaser.de möglich. (Daria Neu)

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