Maddin Schneider in Meimbressen: „Babbeln ist Fratzelifting“

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Macht „häppy bis unter‘s Käppi!“: Maddin Schneider begeisterte in Meimbressen.

Meimbressen. Irgendwann wusste man nicht mehr, ob die lustigen Meimbresser überhaupt noch über die Gags von Maddin Schneider lachten, oder über sich selbst.

Der Komiker lag offensichtlich nicht falsch, als er Freitagabend zum Start in seine Show im Gasthaus Bornmann feststelle: „Meimbresser sind die Brasilianer Deutschlands, sie passen perfekt zu meinem Temperament.“

Temperament bewiesen sie in der Tat, fast mehr als das hessische Comedyurgestein, das sie im restlos ausverkauften Haus derart stürmisch feierten, dass nicht wenige Pointen ihre Schwierigkeiten hatten, sich ihren Weg durch das nicht enden wollende Gelächter zu bahnen.

In seinem Neuen Programm „Meister Maddin“ geht es dem Mann mit dem markanten Gesicht und dem gedehnten hessischen „Aaaschebeschä“-Akzent als Markenzeichen nicht nur ums Lachen, er gibt auch ganz praktische Lebenshilfe- und Lifestyle-Tipps auf der Grundlage esoterischer Weisheitslehren.

Die sollen ihm selbst bei der Behandlung seiner „Liebeskummer-Burnout-Depression“ wegen seiner „damaligen zukünftigen Ex“ geholfen haben. Praktisch: der hessische Sonnengruß zum „Ännatscheising“ des Wurzelchakras, auch Bembel-Chakra genannt, das dort zu finden ist, „wo der Rücken seinen anständigen Namen verliert“.

Guru Maddin hatte mit seiner zur spirituelle Seminarsitzung gewordenen Show im Caldener Ortsteil leichtes Spiel. Indien und Hessen waren schließlich mal ein Kontinent, oder warum sonst wohl harmonieren die Weisheiten Indiens so perfekt mit den uralten hessischen Traditionen? „Man kann sich drehen und wenden wie man will, der Bobbes bleibt immer hinten.“ Maddins vielzitierte Oma hat es irgendwie schon immer gewusst, kein Wunder: „Sie war buddhistisch angehaucht“, so Schneider, stecke ja nicht umsonst das Wörtchen „Om“ in ihrem Namen.

Der Enkel tut’s ihr gleich und entwickelte sein Babbel-Yoga, inspiriert durch den Lach-Babba, ein „echt indischer Inder aus Indien“. Zum Aufwärmen ein paar Lockerungsübungen, „als hätte man drei heiße Pellkartoffeln im Maul“.

Dann einfach drauf los babbeln, zwei Stunden ohne Sinn und Verstand. Vergessen die Zeit, da sich Frauen die Lippen aufspritzen lassen mussten - konzentriertes Babbel-Yoga führt laut Maddin zu vergleichbaren Ergebnissen und kostet keinen Cent.

„Hessisch macht eben einen schönen Mund, Babbeln ist natürliches Fratzelifting“, das habe schon der Babba gewusst.

Spaß macht sie noch dazu, die hessische Sprachmagie: „leggär-loggär-leicht“ und „häppy bis unter‘s Käppi!“.

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