Zweigleisig beim Impfen

Manche melden sich parallel beim Arzt und im Impfzentrum Calden an

Das Impfzentrum in Calden von außen.
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Im Impfzentrum Calden war vergangene Woche weniger los.

Nur wenige Besucher im Impfzentrum in Calden: Das war in der vergangenen Woche ein Bild, dass sich dort bot. Es lag weder an fehlendem Impfstoff noch an zu wenig Terminvergaben.

Calden - „Die geringe Zahl der Erstimpfungen in der vergangenen Woche hing mit einer Änderung im Terminvergabesystem des Landes zusammen“, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage. Ende März wurden die Phasen zwischen der Erst- und Zweitimpfung angepasst. Deshalb wurde die Überarbeitung des Terminvergabesystems notwendig.

Trotzdem gebe es auch Menschen, die trotz eines Termins gar nicht erst in Calden erschienen, berichtet Kühlborn weiter. Ein Grund dafür könne sein, dass manche zweigleisig fahren: Sie registrieren sich für das Impfzentrum und machen einen Termin beim Hausarzt aus.

„Weil die Terminvergabe über den zentralen Impftermin-Service des Landes in Teilen katastrophal läuft, wäre so ein Vorgehen der Menschen gut nachvollziehbar“, sagte Kühlborn. Personen, die beim Impftermin-Service registriert sind, aber teilweise seit acht Wochen auf einen Termin warten, würden wohl eher die Alternative beim Hausarzt ins Auge fassen. „Dann müssen sie sich allerdings beim Impf-Service abmelden“, betonte Kühlborn. Registrierte können sich über die Internetseite impfterminservice.hessen.de oder telefonisch unter 06 11/50 59 28 88 oder 116 117 abmelden.

Dass mehr Menschen auf die Hausärzte setzen, hat auch Dr. Christoph Schmidt aus Trendelburg bemerkt. Der Mediziner gehört zu den Ärzten, die in dem Caldener Zentrum Impfungen verabreichen. „Wir bitten inständig darum, dass die Menschen sich weiterhin bemühen, einen Termin in Calden zu bekommen. Das Impfzentrum ist der große Dampfer. Wir, die Hausärzte, sind nur die Beiboote“, sagte Schmidt.

Auch Kreissprecher Kühlborn bekräftigt diese Aussage: „In den Zentren kann pro Tag eine viel größere Zahl an Impfungen verabreicht werden als in den Hausarztpraxen im Landkreis Kassel. Natürlich nur dann, wenn auch genügend Impfstoff zur Verfügung steht.“ Vom vergangenen Freitag bis einschließlich Sonntag habe es 1550 Erstimpfungen im Impfzentrum gegeben.

Wer bereits einen Termin im Impfzentrum hat und den nicht nutzen will, der kann sich per E-Mail beim Landkreis unter iz-koordination@landkreiskassel.de abmelden. (Nela Müller)

Anzahl der impfenden Praxen nicht bekannt

Im gesamten Landkreis Kassel sind viele Hausarztpraxen dabei, die Impfkampagne gegen das Coronavirus voranzutreiben. Wie viele es genau sind, darüber kann jedoch keine Auskunft gegeben werden. „Weder das Gesundheitsamt Region Kassel oder der Landkreis haben dazu Zahlen. Jede Hausarztpraxis entscheidet für sich, ob sie impft oder nicht“, teilt Kreissprecher Harald Kühlborn mit. Die Anzahl der Impfungen werden dem Robert-Koch-Institut gemeldet.

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